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Phoenix Contact: PLCnext Technology - das 'Ökosystem' wird rund

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Ein Software-Marktplatz für Alle!

Das eigentliche Highlight der Blomberger auf der diesjährigen SPS IPC Drives ist jedoch der ‚PLCnext Store‘, der pünktlich zur Messe live geschaltet wurde. Dieser soll künftig die zentrale Plattform für Software-Bausteine und Lösungen rund um die PLCnext Technology sein – und zwar nicht nur für Software von Phoenix Contact selbst. Leidecker hierzu: „Wir wollen den Store genauso öffnen wie die Technologie hinter PLCnext an sich! Mit anderen Worten: Wir schaffen eine Handelsplattform, über die auch andere Unternehmen ihre Software für PLCnext Technology zur Verfügung stellen können.“ Dabei könne es sich zum Beispiel um IEC 61131-Bibliotheken handeln, die sich in das  Engineeringsystem PLCnext Engineer von Phoenix Contact integrieren lassen. Oder auch um fertig programmierte Software-Lösungen – etwa für eine Pumpenapplikation -, die der Anwender über den Store direkt auf die Steuerung herunter laden kann.

Dass es Phoenix Contact mit dem Thema Offenheit durchaus ernst ist, soll eine weitere Ankündigung unterstreichen: In Zukunft werde man unter anderem mit 3S-Smart Software Solutions zusammenarbeiten – sprich neben der eigenen IEC 61131-Laufzeitumgebung auch die Codesys-Runtime von 3S mit in den Store aufnehmen. Diese Runtime könne dann einfach als App auf eine PLCnext Control nachinstalliert werden. Weitere Runtimes – zum Beispiel Java – sollen folgen.

Auf die Frage, zu welchen Konditionen Drittanbieter ihre Software in den Marktplatz  einstellen können, antwortet Leidecker: „Hier werden wir nach und nach verschiedene Business-Modelle anbieten. Zu Beginn wird es so sein, dass die Anwender pro Gerät eine Lizenz von der entsprechenden Software-App erwerben müssen. Dem Anbieter der Software wird ein Teil des Umsatzes für die Bereitstellung und Nutzung der Plattform berechnet. Den Preis der jeweiligen App bestimmt der App-Anbieter. Im übrigen haben wir das Herunterladen der App vom Kauf der Lizenz entkoppelt. Das heißt: Der Anwender kann zunächst die App herunterladen sowie im Demo-Modus testen und den Kaufprozess dann nachgelagert anstoßen – im ersten Schritt zum Beispiel per Kreditkarte.“ Weitere Bezahlmodelle sollen sukzessive folgen.

Fehlt noch ein letzter Aspekt, der das Ökosystem PLCnext Technology abrundet: das Thema Cloud-Anbindung. Standardmäßig hat jede PLCnext-Steuerung eine Konnektivität in die ‚Proficloud‘ an Bord. Allerdings gelte auch hier der Anspruch Offenheit: „Auf der Steuerung wird man verschiedene ‚Cloud-Agents‘ installieren können, die dann zum Beispiel auch eine Verbindung in die Siemens MindSphere, Microsoft Azure oder AWS herstellen können“, so Leidecker.