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Phoenix Contact: PLCnext wird greifbar

Zur SPS IPC Drives 2016 stellte Phoenix Contact mit PLCnext ein Konzept für die Steuerung von morgen vor. Ein Jahr später wird dieses jetzt im wahrsten Sinne des Wortes greifbar.

Am Stand von Phoenix Contact Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Hans-Jürgen Koch, Ulrich Leidecker und Roland Bent, Phoenix Contact (vlnr): „Die neue Steuerung – Beginn einer neuen Ära der Automation!“

Unter dem Namen ‚AXC F 2152‘ stellen die Blomberger auf der Messe die erste Industriesteuerung vor, die auf der PLCnext-Technologie basiert: Die Steuerungs-Familie startet mit einer Zweikern-Hardwarearchitektur mit 512 MByte Speicher sowie 800 MHz Systemtakt und bedient zunächst vor allem für den Markt der dezentralen, modularen Kleinsteuerungen. Die ersten Controller der High-End-Reihe und auch die Integration der Safety-Technologie sollen nach Aussage von Ulrich Leidecker, Geschäftsführer Industriemanagement & Automation bei Phoenix Contact, in 2018 folgen.

Was ist das Besondere an PLCnext? Zunächst setzt die Steuerung auf einer Embedded-Linux-Architektur auf, die um Echtzeitfähigkeit erweitert wurde. Der Kern der Technologie setzt allerdings eine Ebene höher in der Systemarchitektur auf. Bislang war die Steuerungsprogrammierung - setzt man Determinismus als Grundlage voraus - nur durch definierte SPS-Programmiersprachen möglich. Indem nun eine offene Plattform zur Verfügung gestellt wird, auf der mehrere Entwickler aus unterschiedlichen Generationen und Programmierdisziplinen oder Domänen parallel an einem Steuerungsprogramm arbeiten können, vereinfacht sich Leidecker zufolge das Engineering wesentlich.

Die unterschiedlichen Programmsequenzen müssen dabei nicht, wie bisher, in eine IEC-61131-Task integriert werden, damit sie deterministisch ablaufen. Der zum Patent angemeldete Execution Synchronisation Manager (ESM) ermögliche vielmehr, dass Programme aus verschiedenen Entwicklungsumgebungen beliebig miteinander und innerhalb von Tasks kombinierbar sind, sich jedoch wie ein homogener IEC 61131-Code verhalten. Somit würden auch Hochsprachen-Programme automatisch deterministisch. Der zweite technologische Aspekt ist die Konsistenz der Daten des Prozessabbilds, was bei PLCnext der ebenfalls zum Patent angemeldete „Global Data Space“ (GDS) leistet. Über ausgefeilte Mechanismen mit internen Port- und Data-Buffer-Strukturen sorgt der GDS dafür, dass die einzelnen Programmelemente genau das konsistente Datenabbild erhalten, welches für den erfolgreichen Programmablauf zwingend erforderlich ist.

Neben den Kernelementen ESM und GDS sind in der Steuerung ein OPC UA-Server implementiert sowie System-, User- und Fieldbus-Manager, Diagnostic Logger, Trace Controller, PC Worx-Engineer HMI und ein automatischer Zugang zur Proficloud, der im ersten Jahr kostenfrei ist.