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Von Raspberry Pi & Co. befeuert: Erlebt Linux in der Automation einen zweiten Frühling?

Um Linux ist es im Automationsumfeld in den vergangenen Jahren relativ still geworden. Mit der Entwicklung des Einplatinen-Computers Raspberry Pi und vergleichbaren Geräten hat das Open-Source-Betriebssystem in jüngster Zeit allerdings wieder neue Impulse bekommen.

Open Source Betriebssystem, Wago Bildquelle: © Wago

Anfang der 1990er-Jahre entwickelte der Finne Linus Torvalds maßgeblich das Betriebssystem Linux – ein klassisches Beispiel für Software, die unter der GPL-Lizenz (GNU Public License) zur Verfügung steht. Diese auch als Open Source bezeichnete Lizenzierung bedeutet, dass Endnutzer die Software beliebig nutzen, verbreiten und ändern dürfen. Im Gegensatz zu einer Software, die von einem Unternehmen lizenziert ist – Beispiele hierfür sind die Windows-Betriebssysteme von Microsoft –, fallen hierbei keine Lizenzgebühren für den Nutzer an.

Zunächst war das Open-Source-Betriebssystem lediglich eine Spielwiese für Spezialisten. Durch das Aufkommen von sogenannten  Distributionen, in denen Linux mit verschiedenen Anwendungsprogrammen zusammengefasst erhältlich ist, hat es eine gewisse Verbreitung auf Desktop-Rechnern erreicht. Denn solche Distributionen ermöglichen es auch Anwendern, die sich nicht eingehender mit der Software-Entwicklung beschäftigen wollen, Linux relativ problemlos einzusetzen. Seine größte Verbreitung hat das Betriebssystem aber auf Servern, in Routern, Mobiltelefonen und in Embedded-Systemen gefunden.

Nachdem es über die Jahre etwas ruhiger um Linux geworden war, ist es in den letzten zwei Jahren wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Grund hierfür ist die rasante Verbreitung von Einplatinen-Computern – speziell des Raspberry Pi –, die Linux als Betriebssystem verwenden. Die gemeinnützige Raspberry Pi Foundation hat zum Ziel, junge Menschen für die Computertechnik zu begeistern, um so dem Trend der sinkenden Studentenzahlen bei den Informatikstudenten entgegenzuwirken. Durch den niedrigen Preis der Einplatinen-Computer haben sich schnell Anwendungen auch außerhalb des Bildungsbereichs gefunden und so zur weiteren Verbreitung von Linux beigetragen.