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»Zunehmende Bedrohungslage« durch Cyberangriffe

19. Juli 2021, 09:36 Uhr   |  Jan Petermann, dpa

»Zunehmende Bedrohungslage« durch Cyberangriffe
© Frank Rumpenhorst/dpa

Experten warnen vor »zunehmender Bedrohungslage« durch Cyberangriffe.

Cyberangriffe auf Wirtschaft, Verwaltung und das Gesundheitswesen nehmen wieder zu. Zuletzt setzten Online-Erpresser etwa Handelsfirmen und Kommunen unter Druck. Aber was passiert, falls sie einmal ganze Industriezweige lahmlegen? Eine Absicherung wird immer wichtiger.

Die Kriminellen schleichen sich über das Netz an - und schrecken auch mitten in der Pandemie nicht vor der Umsetzung ihres heimtückischen Plans zurück. »Produktionsanlagen mussten wegen der Erpressung vorläufig heruntergefahren werden«, sagt Steffen Zimmermann. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Folgen der Attacke vielleicht »bis in Covid-19-Lieferketten durchzogen«.

Was Ende März beim französischen Pharmaunternehmen Pierre Fabre geschah, treibt den Leiter des Kompetenzzentrums Industrielle Sicherheit beim Maschinenbauer-Verband VDMA in Frankfurt immer noch um. Nach einem Hackerangriff auf die Werks-IT sei es zu Verzögerungen in eng getakteten Prozessen gekommen, auch Schadenersatz-Forderungen seien entstanden. Und das ausgerechnet in einer Branche, die zur weiteren Eindämmung der Corona-Krise gerade unter Volllast fährt.

Bedrohung für Maschinenbau wächst

Ob in der Medizin, bei Autobauern oder in anderen Industriebetrieben: Nicht nur die Büro-Software auf den Rechnern der Angestellten, sondern auch die komplexe Steuerung ganzer Maschinenparks ist bei Cyberüberfällen verwundbar. Noch seien ernste Vorfälle im zunehmend vernetzen Internet der Dinge mit digital kommunizierenden Anlagen relativ selten, berichtet Zimmermann - sehe man von Beispielen wie dem mehrfachen Angriff auf Thyssenkrupp ab. Doch die Gefahr steige. Einigen Firmen müsse man die Dringlichkeit nach wie vor klarmachen.

»Es ist unmöglich, sich zu 100 % zu schützen«, räumt der VDMA-Experte ein. »Getroffen werden kann jeder, so wie jedes Immunsystem von einem Virus getroffen werden kann. Das gestiegene Bewusstsein muss aber auch zu Investitionen in mehr Sicherheit führen.« Oft reagierten Unternehmen erst, wenn Hacker ihr Chaos schon angerichtet hätten und man nur noch reagieren könne. »Thema Nummer eins für die Maschinenbau-Branche ist jetzt die Cybersicherheit.«

Im Fall einer großflächigen Verschlüsselung von Daten durch Erpressungs-Software (Ransomware) könnten große Produktionsbetriebe schon mal vier bis sechs Wochen komplett stillstehen. »Mit allen Folgewirkungen kann das bis zum einem Dreivierteljahr dauern - am Ende sieht das Unternehmen dann nicht mehr so aus wie vorher.«

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, VDMA Verband Deutscher Maschinen- u. Anlagenbau e.V., HDI Versicherung AG