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Der Status Quo

Security für OT und IT

12. Oktober 2020, 09:21 Uhr   |  Andrea Gillhuber

Security für OT und IT
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Mit dem zunehmenden Vernetzungsgrad steigen die Anforderungen an die Security. Dabei gilt es, zwischen Cyber Security und Industrial Security zu unterscheiden und dennoch das ­Gesamtsystem im Blick zu behalten.

Der Digitalisierungsgrad in der Industrie steigt stetig an. Durch die Corona-Pandemie noch befeuert, setzen immer mehr Unternehmen auf vernetzte Prozesse und digitale Services. Durch Homeoffice und Fernwartung greifen vermehrt Personen von außerhalb des Firmengeländes auf Unternehmensnetzwerke zu. Zudem werden mehr und mehr Anwendungen in die Cloud verlegt. Mit den Vorteilen einer vernetzten Welt gehen aber auch Risiken einher: Cyber-Kriminelle nutzen Sicherheitslücken, um Unternehmen zu schaden. Wichtig dabei ist, zwischen Security für IT und OT (Operational Technology) zu unterscheiden. Das zeigen auch verschiedene Studien.

Neue Technologien erhöhen das Risiko für ­Datensicherheit

In der vierten Auflage der Studie ‚Global Data Protection Index 2020 Snapshot‘ misst und bewertet beispielsweise Dell Technologies den Reifegrad von Datensicherungsstrategien und wie gut Unter­nehmen weltweit gegen Datenverlust geschützt sind. Für die neue Studie wurden Ende 2019 weltweit 1000 IT-Entscheider befragt, unter anderem auch in Deutschland. Die Umfrage zeigt ein gewaltiges Datenwachstum in den Unternehmen: So verwalteten sie im Jahr 2019 durchschnittlich 13,5 Petabyte (PB) an Daten – und damit fast 40 % mehr als noch vor einem Jahr (9,7 PB). Im Vergleich zu 2016, als 1,45 PB an Daten in Unternehmen vorgehalten wurden, entspricht das sogar einem Wachstum von 831 %.
Eine große Bedrohung für diese Daten ist die steigende Anzahl von Stör-Ereignissen wie Cyber-Attacken und Systemausfälle. Waren im Jahr 2018 noch 76 % der befragten Unternehmen von solchen Ereignissen betroffen, galt das im Jahr 2019 bereits für 82 %. Als besonders anfällig zeigten sich dabei Unternehmen, die Datensicherheitssysteme mehrerer Anbieter im Einsatz haben. Sie wurden etwa doppelt so oft von Vorfällen heimgesucht, die den Datenzugriff einschränken. Dennoch verfolgen immer mehr von ihnen genau diesen Ansatz. 80 % der Befragten gaben an, Technologien von zwei oder mehr Anbietern zu nutzen.
Fast alle der befragten Unternehmen investieren in neue Technologien wie Cloud-native Anwendungen (58 %), Künstliche Intelligenz und Machine Learning (53 %), SaaS-Anwendungen (51 %), 5G- und Cloud-Edge-Infrastrukturen (49 %) sowie Internet-of-Things- und Endpunkt-Lösungen (36 %). Knapp drei Viertel der Befragten (71 %) gehen davon aus, dass diese Technologien die Datensicherheit weiter verkomplizieren. 61 % sind sogar der Meinung, dass neue Technologien ein echtes Risiko für die Datensicherheit bedeuten. Über die Hälfte der Unternehmen, die solche Technologien einsetzen, tun sich schwer damit, adäquate Sicherheitskonzepte dafür zu finden.

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