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Schutz für geistiges Eigentum

23. Juni 2021, 14:48 Uhr | Rüdiger Kügler

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Über Vorkompilierung zur geschützten Software

Schutz für geistiges Eigentum
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Der klassische Weg besteht aus zwei Schritten: Vorkompilierung und Verschlüsselung. Über den Cython-Compiler wird die Python-Software in eine ausführbare, in C geschriebene Datei (EXE) umgewandelt, damit dann diese ausführbare Datei über das Standardtool ‚AxProtector‘ verschlüsselt wird. So können Hersteller ihr geistiges Eigentum, das in der Software steckt, verschlüsseln und auch lizenzieren und somit unter dem Stichwort ‚Softwaremonetarisierung‘ zusätzlichen Umsatz generieren. Hersteller können automatisiert verschiedene Lizenzmodelle umsetzen – beispielsweise Einzelplatzlizenz, Floating-Lizenz innerhalb eines Netzwerkes oder ein zeitbasiertes Modell. Für die Python-Software wichtige Daten lassen sich über das CodeMeter Core API ebenfalls verschlüsseln sowie signieren. Bei diesem Weg muss der Hersteller für jede einzelne Plattform je eine dafür bestimmte ausführbare Datei erzeugen und ausliefern, was technische Kenntnisse voraussetzt.

Direkte Verschlüsselung

Die Mindestvoraussetzungen zum Einsatz von ‚AxProtector Python‘ sind ‚Python 3‘ und ‚CodeMeter 7.30‘. Das Tool verschlüsselt direkt, ohne die Umwandlung durch ‚Cython‘, und es wird kein nativer Code erzeugt. Da die Python-Software nur einmal verschlüsselt wird, gibt es nur eine einzige ausführbare Datei, die auf den verschiedenen Plattformen Windows, Linux oder macOS läuft. Nur der gerade benötigte Teil wird zur Laufzeit in den Hauptspeicher geladen und dann entschlüsselt, sodass der große Teil der Software immer noch verschlüsselt bleibt. Jede Funktion der ‚Python‘-Software wird einzeln verschlüsselt, sodass Hersteller modulare Lizenzen erzeugen können. Anwender bekommen nur die Lizenzschlüssel für das, was sie gekauft haben. Auch spätere Käufe werden auf diese Weise behandelt.

Will der Hersteller Funktionen und Dateien unverschlüsselt lassen, kann er Annotationen setzen sowie dies über Einträge in der Schutzdefinition steuern. Die Integration des Schutzes ist mit ‚AxProtector Python‘ viel einfacher, da der Schritt der Vorkompilierung entfällt.

Unterschiedliche Verschlüsselungstools

Rüdiger Kügler
Rüdiger Kügler ist VP Sales & Security Expert bei Wibu-Systems in Karlsruhe.
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Ähnlich einem Werkzeugkasten können Hersteller verschiedene Verschlüsselungstools nutzen, um die komplette Software oder nur bestimmte Teile zu verschlüsseln. Zur Auswahl stehen verschiedene ‚AxProtector‘-Varianten, die für unterschiedliche Programmiersprachen optimiert sind und für den automatischen Schutz einer ausführbaren Datei sorgen, ‚IxProtector‘ zur Verschlüsselung einzelner Funktionen und ‚IP Protection‘, um Software vor Reverse Engineering zu schützen, jedoch werden keine Lizenzschlüssel benötigt. ‚AxProtector Python‘ ergänzt die vorhandenen Varianten: den Standard-‚AxProtector‘, ‚AxProtector Java‘, ‚AxProtector .NET‘ und ‚AxProtector CmE‘ für Embedded-Software.


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  2. Über Vorkompilierung zur geschützten Software

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