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Produktionsdaten schützen

8. August 2022, 9:43 Uhr | Alvaro Forero

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Schutztechnologie für den 3D-Druck

Produktionsdaten schützen
CodeMeter erlaubt den Schutz und die Monetarisierung von 3D-Druckdaten entlang der kompletten Prozesskette Modellierung-Aufbereitung-Druck. Die Lizenzen können sicher in der Schutzhardware CmDongle, der softwarebasierten Aktivierungsdatei CmActLicense oder über CmCloud in der Cloud gespeichert werden. Mit CodeMeter License Central können Hersteller sowohl die Lizenzen als auch die Schlüssel automatisiert verteilen und verwalten.
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Seit über 30 Jahren sind die CodeMeter-Schutztechnologien von Wibu-Systems auf dem Markt. Softwarehersteller und Hersteller intelligenter Geräte und Maschinen schützen und lizenzieren damit ihre Software oder die Nutzung ihrer Geräte und Maschinen. Für den Schutz von 3D-Druckdaten hat das Unternehmen seine Schutz- und Lizenzierungslösung CodeMeter so erweitert, dass alle beim 3D-Druck anfallenden digitalen Daten, also 3D-Modelle, Schichtmodelle und Druckanweisungen, entlang der kompletten Prozesskette durch Verschlüsselung geschützt werden und nur in einem kontrollierten Rahmen dem jeweiligen Dienstleister in entschlüsselter Form zur Verfügung stehen, damit dieser die ihm zugeteilte Aufgabe erledigen kann. Dies umfasst insbesondere die Kontrolle oder Begrenzung von Stückzahlen, das heißt die Anzahl der Objekte, die ein Druckdienstleister drucken darf. Illegale Nachdrucke werden verhindert, ebenso die Manipulation der Daten zwecks Sabotage. Überdies kann eine legale Nutzung der Daten lizenziert und abgerechnet werden.

Die dazu notwendigen kryptografischen Funktionen und Werkzeuge zur Lizenzverwaltung stellt CodeMeter bereit. Für einen durchgängigen Schutz entlang der gesamten Prozesskette muss CodeMeter sowohl in CAD- und Slicer-Software als auch in die Steuerung des 3D-Druckers integriert werden. Aufgrund der Verfügbarkeit für viele Programmiersprachen und komfortablen Werkzeugen können Softwarehersteller und Hersteller von Embedded-Lösungen, zum Beispiel 3D-Druckersteuerungen, die Schutztechnologie in ihre Lösungen integrieren.

CodeMeter stellt verschiedene CodeMeter-Lizenzcontainer als sicheren Speicher für kryptografische Schlüssel zur Verfügung: die Schutzhardware CmDongle, die softwarebasierte Aktivierungsdatei CmActLicense oder den CmCloudContainer für den Einsatz in der Cloud. Die Lizenzcontainer unterscheiden sich hinsichtlich Sicherheit und Flexibilität und können somit die unterschiedlichen Bedürfnisse unterschiedlicher Hersteller bedienen.

Kryptografische Schlüssel werden in Form von Lizenzen gespeichert. Diese kann der Hersteller frei konfigurieren und damit festlegen, welche Features einer Software nutzbar sind oder wie viele Exemplare eines Objekts gedruckt werden können. Bei Bedarf kann er die Lizenz nachträglich an veränderte Kundenwünsche anpassen. Mit dem cloudbasierten Tool „CodeMeter License Central“ können automatisiert Lizenzen und somit auch die Schlüssel verwaltet und verteilet werden. Die Lizenzlieferung kann entweder im Online- oder Offline-Betrieb erfolgen. Für die Anbindung an vorhandene Shop- oder Backendsysteme bietet CodeMeter License Central verschiedene Schnittstellen, was einen hohen Automatisierungsgrad über die gesamte Prozesskette eines Unternehmens hinweg ermöglicht.

Beispiel – Kauf und Druck eines Zubehörteils

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Produktionsdaten schützen
Der Autor: Alvaro Forero Head of CERT und Sicherheitsexperte bei der Wibu-Systems AG
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Um schnell ein dringend benötigtes Zubehörteil zu erhalten, beauftragt ein Unternehmen einen Hersteller, der dieses für den 3D-Druck anbietet, sowie einen 3D-Druck-Dienstleister. Es handelt sich um ein selten verlangtes Zubehörteil. Das Unternehmen geht also in das Shopsystem des Herstellers und kauft dort die zugehörige Druckdatei, genauer gesagt, das Recht, die Datei zu nutzen, um die gewünschte Stückzahl des Zubehörteils drucken zu lassen. Vom Hersteller erhält das Unternehmen die verschlüsselte Druckdatei samt Nutzungsrechten. Diese reicht das Unternehmen an den 3D-Druck-Dienstleister weiter, welcher das Zubehörteil in der vereinbarten Stückzahl druckt. Der Prozess endet mit der Auslieferung an das Unternehmen und kann bei Bedarf von neuem gestartet werden.

Das deutsch-chinesische Forschungsprojekt ProCloud3D

Im deutsch-chinesischen Forschungsprojekt „ProCloud3D“ arbeiten Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen beider Länder gemeinsam an der Entwicklung und Erprobung einer cloudbasierten Plattform, auf der alle Schritte zur Vorbereitung und Durchführung von 3D-Druckprozessen dezentral und verschlüsselt erfolgen. Sowohl das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als auch das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie finanzieren das Projekt mit Fördergeldern.

Wibu-Systems und die anderen am Projekt beteiligten Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen verfolgen das Ziel, alle beim 3D-Druck anfallenden digitalen Daten über die gesamte Prozesskette und alle beteiligten Dienstleister hinweg zu schützen – vor Diebstahl, vor Manipulation, vor Lizenzmissbrauch. Auch soll darauf hingewirkt werden, die im Rahmen des Projekts entwickelten Schnittstellen und Verschlüsselungstechnologien als Standards zu etablieren.

In einem Demonstrator, der bis zum Projektende am 30. September 2023 die Ergebnisse aufzeigen soll, werden die für den 3D-Druck erforderlichen Schritte dezentral, automatisiert und verschlüsselt durchgeführt – vom digitalen 3D-Modell über die Cloud bis zum 3D-Druck-Dienstleister. Jeder beteiligte Dienstleister erhält genau die Daten, die er für seine Aufgabe benötigt, und nur solange wie nötig. Im Rahmen des Projekts werden ein Web-Frontend, eine Technologiedatenbank mit Prozessparametern, der Postprozessor für die Generierung des Anlagencodes, entsprechende Hardware- und Softwareschnittstellen für die Kommunikation der Plattform mit den 3D-Druckern und eine übergeordnete Sicherheitsinfrastruktur entwickelt. Dabei entsteht eine Wertschöpfungskette mit einem übergreifenden Lizenzmanagement, um alle erforderlichen Datentransfer- und Prozessschritte zwischen den beteiligten Parteien zu autorisieren, zu steuern und zu kontrollieren. Wibu-Systems bringt seine Verschlüsselungstechnologie CodeMeter in das Projekt ein.

 


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