Captron

Ohne ‚Druck‘ arbeiten

16. Juni 2020, 18:00 Uhr | Inka Krischke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Verwendung als Zweihandsteuerung

Mitarbeiter beispielsweise bei der Arbeit mit Pressen und Stanzen sind einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Aus diesem Grund schreibt die DIN-Norm EN ISO 13849-1 hier in bestimmten Fällen eine Zweihandsteuerung vor, mit der sich eine Maschine erst durch das gleichzeitige Betätigen zweier Taster zum Laufen bringen lässt. Hier bieten sich kapazitive ­Systeme besonders an, da sie ein druckloses und sicheres Bedienen schwerer Maschinen und Anlagen in der Fertigungs­automation ermöglichen. Zum Auslösen der Maschine betätigt der Nutzer gleichzeitig zwei kapazitive Taster. Der hohe Sicherheitsgrad wird dabei unter anderem dadurch erlangt, dass die beiden Taster durch eine Funktionssicherheitsleitung miteinander verbunden sind. So erkennt das Bediensystem falsches oder unaufmerksames Schalten mit nur einer Hand oder einem anderen Körperteil; in diesem Fall wird die Maschine nicht ausgelöst. Gefährliche Fehlbedienungen lassen sich vermeiden.

Solche Lösungen aus Zweihandsteuerung in Kombination mit einem Sicherheitsrelais – zum Beispiel die ‚safeCAP SC4‘-Serie von Captron – sind mittlerweile von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ­zugelassen.
Andere Lösungen für eine Zweihandsteuerung – etwa die vom TÜV Süd zertifizierte ‚safeCAP SC3‘-Serie – benötigen zwei baugleiche, kapazitive Taster in Kombination mit einem Auswertegerät. Bei einem solchen Bediensystem für eine kapazitive Zweihandsteuerung mit Auswertegerät kann die Funktionssicherheitsleitung zwischen den beiden Tastern entfallen, da die Sicherheitsschaltgeräte den hohen Anforderungen nach IEC 61508 / IEC 62061 (SIL 3) sowie EN ISO 13849-1 (PL e) genügen. 

 

Sicherheitsfaktor Ergonomie

Ein weiterer Faktor für die Sicherheit der Arbeitsabläufe sind optische Anzeige-Elemente. Schließlich muss der Bediener einer Presse wissen, ob seine Signale von der Maschine korrekt interpretiert wurden. 
Kapazitive Sensortaster, die beispielsweise durch ein LED-Display klare Rückmeldung geben, erhöhen fehlerfreie und sichere Abläufe über die Dauer einer Produktionsschicht. Mittels einer intuitiven Farbsymbolik lässt sich etwa über eine grüne LED der Betriebszustand und über eine gelbe LED ein ­Schalt­vorgang signalisieren. Bei den Captron-Lösungen erhalten Nutzer bei technisch anspruchsvollen Systemen eine Rückmeldung durch 16 helle LEDs pro Taster.

Zugleich muss ein kapazitiver Taster in einer sicher­heitskritischen Anwendung nicht nur jederzeit zuverlässig funktionieren, sondern darf etwa bei einem Ausfall keinen unbeabsichtigten Schaltvorgang auslösen. Verhindert ­werden muss in den elektronischen Tastern mit Touch­funktion etwa das unbeab-sichtigte Schalten, etwa ausgelöst durch Schmutz. Möglich ist dies durch die ­selbstständige Kalibrierung des Tasters, um somit Stör­faktoren zu umgehen. Dadurch bleibt die Tastfunktion selbst bei einer dicken Schmutzschicht bestehen, und auch hinter Glas lassen sich die kapazitiven Sensortaster installieren und bedienen.

Autorin: Bettina Greiffer, freie Journalistin aus ­München.


  1. Ohne ‚Druck‘ arbeiten
  2. Verwendung als Zweihandsteuerung

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

CAPTRON Electronic GmbH

Safety & Security