X-Force Threat Intelligence Index 2022

Fertigungsindustrie am stärksten betroffen

30. März 2022, 19:15 Uhr | Andrea Gillhuber
Fertigungsindustrie am stärksten von Cyberangriffen betroffen
© Pixabay/CC0

Die Fertigungsindustrie gilt laut X-Force Threat Intelligence Index 2022 von IBM als die an der Anzahl der gemessenen Attacken am stärksten von Cyberangriffen betroffene Branche und löst damit die Finanz- und Versicherungsbranche ab.

Jährlich nimmt IBM in seinem X-Force Threat Intelligence Index weltweite Cyberattacken unter die Lupe. Laut dem Bericht war die Fertigungsindustrie mit 23 % aller Angriffe die global am stärksten Betroffene Branche; in Deutschland betrug der Anteil sogar 31 %. Dabei erfolgten die meisten Angriffe auf die Produktion über die Ausnutzung von Schwachstellen (47 %) gefolgt von Phishing mit 40 %. Interessant ist, dass Cyberkriminelle gezielt die Fertigungsindustrie und ihre Rolle in globalen Lieferketten nutzten, um diese gezielt zu stören beziehungsweise zu unterbrechen.

Ransomware die am häufigsten genutzte Angriffsart

Die am häufigsten genutzte Angriffsart war auch im Jahr 2021 Ransomware – trotz eines Rückgangs von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Als wahrscheinlichste Ursache für den Rückgang von Ransomware- und IoT-Botnet-Angriffe im Jahr 2021 benennte IBM die Aktivitäten von Strafverfolgungsbehörden. Gleichzeit warnt der IT-Konzern jedoch, dass ein mögliches Wiederaufleben im Jahr 2022 nicht auszuschließen sei.

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Die Fertigungsindustrie war die am stärksten von Cyberangriffen betroffene Branche im Jahr 2021.
Von allen Industriezweigen war die Fertigungsindustrie die am stärksten von Cyberangriffen betroffene Branche im Jahr 2021.
© IBM

Unternehmen sehen sich bei Ransomware-Angriffen jedoch immer häufiger mit einer dreifachen Erpressung konfrontiert: Ihre Daten werden verschlüsselt und gestohlen, während die Hacker gleichzeitig damit drohen, diese Daten zu veröffentlichen und einen DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) gegen den Betroffenen zu starten, sollte keine Lösegeldzahlung erfolgen.

Der häufigste Ransomware-Stamm war mit 37 % aller Ransomware-Angriffe 'REvil', ein Typ, den der X-Force-Bericht auch als ‚Sodinokibi‘ bezeichnet. Auf Platz 2 folgt der Ransomware-Typ 'Ryuk' mit 13 %.

Phishing-Kits für Microsoft, Apple und Google

Untersucht wurde im Rahmen des Berichts auch, wie Cyberkriminelle im Jahr 2021 Phyihing-Kits einsetzten. Demnach versuchten Cyberkriminelle im Jahr 2021 insbesondere Große Marken wie Microsoft, Apple und Google zu imitieren. Die Securityexperten gehen davon aus, dass die Angreifer gerade aus der Popularität und dem Verbrauchervertrauen in diese drei Marken Profit schlagen wollten.

Laut dem Bericht waren Bedrohungsgruppen auf der ganzen Welt bestrebt, ihre Fähigkeiten zu verbessern und mehr Unternehmen zu infiltrieren. Die von ihnen verwendete Malware war in häufig in Programme oder Methoden eingebettet, die zur Umgehung von Verteidigungsmechanismen dienen. In einigen Fällen wurden diese über cloudbasierte Messaging- und Speicherplattformen gehostet, um Sicherheitskontrollen zu umgehen. Diese Plattformen wurden genutzt, um Befehls- und Kontrollkommunikation im legitimen Netzwerkverkehr zu verstecken. Zudem entwickelten die Cyberkriminellen weiterhin Linux-Versionen von Malware, um den Übergang zu Cloud-Umgebungen zu erleichtern.

Insbesondere drei besonders aktive Bedrohungsgruppen wurden von den Analysten im Jahr 2021 beobachtet: der mutmaßliche iranische Bedrohungsakteur ITG17 (MuddyWater), die cyberkriminelle Gruppe ITG23 (Trickbot) und Hive0109 (LemonDuck).


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