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Deutschland ist zu langsam

14. Januar 2020, 18:25 Uhr   |  Tuncay Eren


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die wichtigsten Ergebnisse zu deutschen Unternehmen

Die Einschätzung der befragten Experten in deutschen Unternehmen zu den vorhandenen Reaktionszeiten ist im internationalen Vergleich besonders ernüchternd. Im weltweiten Vergleich liegen sie deutlich unter dem Durchschnitt. Sie brauchen:

  • 184 Stunden, um eine Attacke aufzuspüren; der weltweite Durchschnitt liegt bei 120 Stunden.
  • 11 Stunden, um sie zu analysieren; der weltweite Durchschnitt liegt ebenfalls bei 11 Stunden.
  • 75 Stunden, um sie zu beheben; der weltweite Durchschnitt liegt bei 31 Stunden.

Wesentlich besser sind deutsche Unternehmen hingegen bei der Analyse der Identitäten der Hacker. In 53 Prozent der Fälle können sie die Angreifer klar identifizieren, hier liegen sie gleichauf mit den USA. Was die Art und Identität der Angreifer angeht, so befürchten deutsche Unternehmen vor allem, Opfer eines Angriffs von E-Crime-Akteuren mit finanzieller Motivation und damit einhergehenden Lösegeldforderungen zu werden. Angriffe durch Gruppen, die von Nationalstaaten wie China, Nordkorea oder Russland koordiniert werden, sehen nur 14 Prozent der Befragten als unmittelbare Bedrohung.

Falsches Vertrauen in bestehende Legacy-Infrastruktur

Es gelingt den Unternehmen nicht, die Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen, die erforderlich ist, um anspruchsvolle nationalstaatliche Gegner, die auf alle Arten von Organisationen abzielen, zu erkennen. Ob es an einem falschen Sicherheitsverständnis und einem damit verbundenen fehlenden Handlungswillen liegt, oder mangelndes Know-how der Grund dafür ist, sei dahingestellt. Fest steht jedoch, dass nach wie vor ein zu großes Vertrauen in die bestehende Legacy-Infrastruktur besteht. Diese wird allerdings den heutigen Sicherheitsanforderungen, die einen ganzheitlichen Ansatz erfordern, um Bedrohungen zu stoppen, nicht gerecht. Zukunftsorientierte Unternehmen sollten deshalb einen Ansatz verfolgen, der den Teams umfassende Transparenz und Schutz bietet, um ein breites Spektrum an Sicherheits- und Betriebsanforderungen zu erfüllen.

Der Autor: Tuncay Eren, Director of Sales bei Crowdstrike

Der Beitrag erschien zuerst auf unserer Schwesterseite www.scope-online.de

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