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Sicherheitsmodule: Sicher unter Last

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Sicheres Bremsenmanagement

Das Besondere an dem neuen Sicherheitsmodul ist das integrierte Bremsenmana­gement von bis zu zwei Bremsen. Denn damit erfüllt der SD6 die Anforderungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an schwerkraftbelastete Vertikalachsen. Die DGUV ist der Spitzen­verband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (BG) und der Unfallver­sicherungsträger der öffentlichen Hand. Die Entwicklung orientierte sich am In­formationsblatt ‚Schwerkraftbelastete Achsen‘, das die BG herausgegeben hat. „Dies beschreibt praxisgerecht die An­forderungen an das Absichern von Vertikalachsen, da es derzeit keine harmo­nisierte Norm gibt, in der dieses Thema behandelt wird“, erläutert Markus Frei, Produkt-Manager für Antriebsregler-Zubehör bei Stöber Antriebstechnik. 

Das Bremsenmanagement im SE6 b­einhaltet die Funktion ‚Sichere Bremsenansteuerung‘ (SBC), die sicherstellt, dass die Bremsen auf Anforderung einfallen. Dazu kommt das Feature ‚Safe Brake Test‘ (SBT). Dieses überprüft bei Bedarf das definierte Bremsmoment und deckt Abweichungen aufgrund von Verschmutzungen oder Defekten an der Mechanik auf, bevor das Bremsmoment einen kritischen Zustand erreicht. Zusätzlich wird das vorgeschriebene Prüfintervall überwacht. Das kann je nach Anwendung und Forderung aus der Gefahrenanalyse entweder einmal in jedem Produktionszyklus sein oder zum Beispiel alle acht Stunden zu Schichtbeginn. Ist das Haltemoment der Bremse nicht mehr gegeben, steht im Antriebsregler die Funktion ‚Bremsen einschleifen‘ zur Verfügung, welche die Anforderungen der Bremsen von Stöber-Motoren berücksichtigt. Anschließend kann das System erneut überprüfen, ob das geforderte Test-Moment gehalten werden kann. 

Weil das Bremsenmanagement des SE6 die Ansteuerung von bis zu zwei Bremsen unterstützt, deckt es damit alle An­wendungsfälle des Fachbereichsinformationsblatts zu Vertikalachsen ab. „Befindet sich der Bediener mit dem ganzen Körper unter der Last, ist das ­Risiko sehr hoch zu bewerten. Sowohl im Automatikbetrieb als auch beim Einrichten wird deshalb von der DGUV eine redundante Absturzsicherung nach DIN EN ISO 13849-1 empfohlen“, erläutert Frei.