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Forum Safety & Security 2018: Von Safety, Security und Einhörnern

Knapp 300 Teilnehmer, Referenten und Aussteller besuchten am 12. und 13. September das 'Forum Safety & Security 2018', das zum ersten Mal in Sindelfingen stattfand. Die Keynotes machten die Zusammenhänge, aber auch die Unterschiede zwischen Safety und Security deutlich.

Was hat ein Einhorn mit einem IT-Angriff zu tun? Antworten darauf lieferte Jens Wiesner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in der ersten Keynote des ‘Forum Safety & Security’: „Auch wenn noch nie jemand ein Einhorn gesehen hat: Gehen Sie mal davon aus, sowas gibt es“, betont Wiesner den Zusammenhang zu IT-Angriffen. Sollten Anwender in ihren Anlagen auf sie treffen, komme es darauf an, Jäger zu haben, die dieses Einhorn finden und aufspüren können. Er appelliert: „Bereiten Sie sich darauf vor!“, denn die Einhörner seien nicht immer freundlich.

Am Beispiel des Cyber-Angriffs ‘Triton’, der Ende 2017 bekannt wurde, machte er deutlich, dass solche Einhörner hin und wieder auftauchen und schaffte hier einen Schulterschluss zum Safety-Thema: Der Vorfall sei ein gezielter Angriff auf ein Safety-System mit dem Ziel Zerstörung gewesen. Bemerkenswert bei dem Fall: Die Angreifer waren über ein Jahr lang im System, wurden aber nicht als Bedrohung identifiziert.

© elektroniknet
Aspekte rund um Safety & Security spielen in immer mehr Bereichen eine elementare Rolle. Das zeigte sich auch Mitte September 2018 auf dem 6. Forum Safety & Security.

In der zweiten Keynote ging Holger Laible, Digital Factory Division von Siemens, auf die Unterschiede von Safety & Security ein – etwa die komplett unterschiedlichen Zeitstrecken: „ Bei der Informationssicherheit müssen wir sehr viel reaktiv machen. Man muss in der Anlage während des Betriebs viel beobachten. Bei Safety hingegen macht man alles eher am Anfang.“ Dabei gebe es auch sehr unterschiedliche Gesetze, Regulierungen und Normen. Diese beiden Bereiche soll die IEC TR 63069 zusammenführen, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll.

Nach den beiden Keynotes verteilten sich die Teilnehmer auf die vier Slots ‚Industrie‘, ‚Methoden&Tools,‘ ‚Automotive‘ sowie ‚Medizinelektronik‘. In den Pausen hatten die Besucher die Möglichkeit, sich an den Ständen der 17 Aussteller im Detail über deren Produkte und Lösungen zu informieren.

Bereits am Vortag des zweitägigen Kongresses führte Functional-Safety-Spezialist Dr. Olaf Winne Neu- und Quereinsteiger mit seinem Tagesseminar in die Grundlagen der Thematik ein.