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Mensch-Maschine-Kollaboration: Der Weg zum CE-Zeichen

Roboter sollen enger mit den Menschen zusammenarbeiten. Normative Antworten auf die neuen Herausforderungen der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) gibt die ISO/TS 15066. Doch in der Praxis bleibt der Weg bis zur obligatorischen CE-Kennzeichnung eine Herausforderung.

Der Weg zum CE-Zeichen Bildquelle: © Pilz

Roboter sind unvollständige Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Für detaillierte Sicherheitsanforderungen in der Industrie stehen die beiden Normen ISO 10218 ‚Safety of Industrial Robots‘ Teil 1: ‚Robots‘ und Teil 2: ‚Robot systems and integration‘ zur Verfügung. Die deutschen Fassungen beider Teile sind als EN ISO 10218-1:2011 und EN ISO 10218-2:2011 veröffentlicht und als harmonisierte C-Normen unter der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG gelistet. 

In der Praxis erwiesen sich die bestehenden Normen aber als nicht ausreichend, um eine tatsächliche Kollaboration von Mensch und Maschine, bei der sich die jeweiligen Arbeitsräume zeitlich und räumlich überschneiden können, sicher umzusetzen. Hier klaffte eine normative Lücke, die im Frühjahr 2016 durch die Veröffentlichung der Technischen Spezifikation ISO/TS 15066 ‚Robots and Robotic Devices – Collaborative industrial robots‘ geschlossen werden konnte. In diesem Dokument sind die vier Kollaborationsarten ‚Sicherheitsbewerteter überwachter Halt‘, ‚Handführung‘, ‚Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung‘ sowie ‚Leistungs- und Kraftbegrenzung‘ als Schutzprinzipien genauer beschrieben. 

Bereits bei der Planung einer MRK-Applikation muss überlegt werden, welche der vier Methoden (einzeln oder in Kombination) aus der ISO/TS 15066 angewandt wird. Daraus ergibt sich, welcher Roboter-Typ zum Einsatz kommen kann: beispielsweise sensitiv – also mit integrierten Sicherheitsfunktionen – oder nicht sensitiv. Weitere Kriterien für die Wahl des Roboters sind die benötigten Nutzlasten und Reichweiten.