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Spionage-Vorwürfe: Kaspersky verlegt Kundendaten in die Schweiz

Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky wird nach US-Spionage-Vorwürfen die Daten von Kunden etwa aus Europa und Nordamerika von Russland in die Schweiz verlegen. Ein neues Rechenzentrum in Zürich solle dafür bis Ende 2019 eingerichtet werden.

Verschlüsselung Bildquelle: © Michael Borgers - 123RF

Kaspersky will zudem die Produktion der gebrauchsfertigen Software noch in diesem Jahr nach Zürich verlagern. Das neue Rechenzentrum will die IT-Sicherheitsfirma von unabhängigen Kontrolleuren beaufsichtigen lassen. Dort sollen auch Daten von Kunden aus Singapur, Australien, Japan und Südkorea gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Länder würden folgen, hieß es.

Kaspersky war im vergangenen Herbst unter Druck geraten, nachdem es in US-Medienberichten hieß, die Firma habe eine Rolle dabei gespielt, dass geheime Angriffs-Werkzeuge der NSA in die Hände russischer Geheimdienste geraten seien. Ein Mitarbeiter des US-Abhördienstes hatte die geheime Software regelwidrig auf seinem privaten Computer geladen, auf dem auch Kaspersky-Sicherheitssoftware lief. Kaspersky räumte damals ein, dass die Angriffsprogramme dadurch auf den Servern der Firma in Moskau gelandet seien. Man habe sie jedoch mit niemandem geteilt und gelöscht, erklärte Gründer und Chef Eugene Kaspersky. Dennoch wurden Kaspersky-Programme von Computern in US-Behörden verbannt.