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Industrial Data Space: Sichere Daten auf internationaler Ebene

Mit dem ‚Industrial Data Space‘ entsteht ein wichtiger Eckpfeiler für die digitale Wirtschaft - ein virtueller Datenraum für den sicheren sowie standardisierten Datenaustausch. Nun geht die Initiative in die zweite Phase. Das Ziel: die internationale Standardisierung.

Sicherheit Bildquelle: © vska - 123RF

Schlüsselfähigkeit Datensouveränität: Teilnehmer entscheiden, steuern und kontrollieren souverän, wer ihre Daten erhält und wozu diese genutzt werden dürfen.

Daten gewinnen für Unternehmen zunehmend an Bedeutung und stellen eine strategische Ressource für den Geschäftserfolg dar. Je mehr sie an Wert gewinnen, desto höher ist der Bedarf, sie zu schützen und zu kontrollieren – eine Krux, wenn gleichzeitig die immer komplexer werdenden Leistungsangebote und neuen digitalen Geschäftsmodelle einen fortlaufenden Austausch von Daten erfordern. Vor diesem Hintergrund arbeiten zwölf Fraunhofer-Institute bereits seit zwei Jahren an einer Lösung: dem Industrial Data Space. Das erste Etappenziel ist nun erreicht: Unter Verwendung modernster IT-Technologien ist eine Architektur für einen sicheren Datenraum entstanden, erste branchenübergreifende Use Cases sind bereits implementiert.

Nun geht das vom BMBF geförderte vorwettbewerbliche Forschungsprojekt mit einer Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro nun in eine zweite Runde. „Unsere deutschen und europäischen Unternehmen sollen sich sicher sein, dass ihre Daten mit dem Konzept des Industrial Data Space in guten Händen sind. Wenn es uns gelingt, dies zu einem internationalen Standard zu machen, ist das auch ein Vorteil für die deutsche Wirtschaft“, so Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka. Das Ziel der kommenden Förderphase: Den Industrial Data Space im Zusammenspiel internationaler Architekturansätze positionieren, wie sie derzeit etwa vom Industrial Internet Consortium aus den USA oder der Industrial-Value-Chain-Initiative aus Japan erarbeitet werden – denn Daten machen in der global vernetzten Wirtschaft nicht an Landesgrenzen halt.

„Der Industrial Data Space ist in zahlreichen Workshops und Gesprächen im Rahmen der G20-Präsidentschaft Deutschlands auf enormes Interesse gestoßen. Datensouveränität ‚Made in Germany‘ kommt gut an“, erklärt Prof. Boris Otto, Forschungschef der Initiative Industrial Data Space und Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST, und ergänzt: „Wir stehen in Gesprächen mit Partnern aus beispielsweise Argentinien, China, Indien, Japan, Mexiko und den USA, um den Industrial Data Space international zu etablieren.“

Damit das Zusammenspiel mit diversen internationalen digitalen Standards passt, entwickelt das Projekt technische Lösungsmuster für Datensouveränität. In enger Kooperation mit dem Anwenderverein, der Industrial Data Space Association, setzen Fraunhofer-Forscher die Ergebnisse dann direkt bei Partnerunternehmen in Use Cases um.

Mit inzwischen 74 Mitgliedsunternehmen aus 13 verschiedenen Ländern wächst der Verein auch international weiterhin stark. Neben Bosch, der Deutschen Telekom, Siemens oder Volkswagen sind so auch Unternehmen wie Huawei aus China und Forschungspartner wie die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung TNO im Verein vertreten. Die Arbeiten der Industrial-Data-Space-Initiative erfolgen in enger Abstimmung mit den Aktivitäten der Plattform Industrie 4.0.