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Industrial Data Space Association: Ein sicherer Raum für Daten

Vor über einem Jahr hat die Fraunhofer-Gesellschaft den Verein ‚Industrial Data Space‘ gegründet. Zur Hannover Messe 2017 wurde ein erstes Referenzmodell der dahinter stehenden Architektur veröffentlicht.

Prof. Boris Otto von Fraunhofer im Gespräch mit Johanna Wanka Bildquelle: © Fraunhofer

Prof. Boris Otto (links) – hier bei Übergabe des Referenzarchitekturmodells an Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung - animiert zum Mitmachen: „Je mehr die IDS-Technologien umsetzen, desto größer der Nutzen für die Anwender.“

Der Megatrend Digitale Transformation verändert nicht nur die Geschäftsprozesse, sondern auch die Rolle, die Daten im Unternehmen spielen. Diese werden zunehmend als Wirtschaftsgut und als strategische Ressource betrachtet. Allerdings: Daten mit Geschäftspartnern gemeinsam zu nutzen und auszutauschen ist für viele Unternehmen gleichzeitig ein heikles Thema. Sie fürchten, die Kontrolle über ihre eigenen Daten zu verlieren. Hier setzt das Projekt beziehungsweise der Verein ‚Industrial Data Space‘ an. Die Idee dahinter: Ein gemeinsamer, geschützter Datenraum, in dem die Partner ihre Daten nach bestimmten Spielregeln austauschen und gemeinsam nutzen. Jedes Unternehmen legt dabei vorher fest, wie seine Informationen im Rahmen der Zusammenarbeit genutzt werden dürfen und wie nicht. In den geschützten Datenraum dürfen zudem nur zertifizierte Teilnehmer eintreten, deren Identität vorher überprüft wurde.

„Was in der Theorie gut klingt, funktioniert auch in der Praxis“, erklärte Prof. Boris Otto, Forschungschef des Industrial Data Space und Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Hannover. Das beweise unter anderem ein gerade laufendes Projekt mit dem Stahlkonzern Salzgitter, bei dem es um die Übertragung von Lagerdaten zwischen Kunden- und Lieferantensystemen geht. Der Datenaustausch erfolgt automatisiert, sicher und verschlüsselt über die maschinelle Schnittstelle unter Einsatz von Smart Data Apps. Kunden können erfragen, ob die gewünschte Art von Stahl zum Wunschtermin vorrätig ist, das Lieferantensystem meldet die verfügbare Menge. Das Mapping der Stammdaten erfolgt dabei automatisiert. „Der aufwändige manuelle Datenabgleich entfällt komplett“, beschreibt Prof. Dr. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender von Salzgitter, den Nutzen des Industrial Data Space.