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Bihl + Wiedemann: Safety - vom Slave zum Master

In puncto Safety war Bihl+Wiedemann mit seinen Gateway-Komponenten im Bereich der sicheren Feldbusse bislang ausschließlich auf der Slave-Seite unterwegs. Seit kurzem hat der AS-i-Spezialist nun auch einen sicheren Master im Programm.

Johanna Schüßler von Bihl+Wiedemann Bildquelle: © Bihl + Wiedemann

Johanna Schüßler, Bihl+Wiedemann: "Unser neues Safety-Gateway kann als CIP-Safety-Originator auch ohne zusätzliche übergeordnete sichere Steuerung eingesetzt werden."

"Der Anstoß für die Entwicklung unseres neuen Safety-Gateways BWU3160 kam direkt aus dem Maschinenbau heraus", so Johanna Schüßler, Produktmanagerin bei Bihl+Wiedemann [1]. Die Safety-Expertin beim Mannheimer Unternehmen wird konkret: "Ein Kunde von Bosch Rexroth wollte deren Antriebe nicht mehr, wie bis dahin üblich, per Parallelverdrahtung sicher ansteuern, sondern neuerdings per CIP-Safety über Sercos. Da dieser Kunde auf der Sensor-Ebene auch schon unseren AS-i-Safety-Monitor eingesetzt hatte, kam der Wunsch beziehungsweise die Frage auf: Lässt sich die sichere Ansteuerung der Antriebe nicht - statt wie normalerweise üblich über eine separate Safety-SPS - gleich im AS-i-Gateway mit erledigen?"

In Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth machte sich Bihl+Wiedemann schließlich an die Umsetzung, die Johanna Schüßler zufolge "ein hartes Stück Arbeit" bedeutet hat: "Die erste Herausforderung war, überhaupt erst einmal das CIP-Safety-Protokoll zu implementieren - das hatten wir bis dato noch nicht. Das zweite für uns Neue war, dass unser AS-i-Safety-Gateway nun als CIP-Safety-Originator – sprich als Master auf der Safety-Ebene – arbeitet. Bis dahin waren unsere Gateways auf der höheren Feldbusseite immer die Slaves – sowohl bei sicherer als auch bei der Standard-Kommunikation." Zugekauft wurde letztlich nur der Stack für CIP-Safety; die ganze Logik darüber – sprich die sichere Steuerung - haben die Mannheimer über ihre eigene Funktionsplan-Programmierung selbst realisiert.

Heraus gekommen ist schließlich das bereits erwähnte Safety-Gateway BWU3160, welches in der Rolle des CIP-Safety-Masters Antriebe bis SIL3/PLe über das Sercos-Kabel überwachen und steuern kann. Das Gerät verfügt über zwei AS-i-Master für zwei AS-i-Kreise, drei zweikanalige sichere Eingänge und sechs schnelle elektronische sichere Ausgänge. Über Safe Link, die Bihl+Wiedemann-Lösung für die sicheren Kopplung von bis zu 31 Safety-Gateways über Standard-Ethernet, lässt sich die Applikation zudem noch um fast 2000 sichere Ein- und Ausgänge erweitern.

Auf die Frage, ob das Gateway ausschließlich auf Bosch-Rexroth-Antriebe beziehungsweise –Kunden zielt, entgegnet Johanna Schüßler: "CIP-Safety ist ein offenes Protokoll. In diesem Fall haben wir es zwar in Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth implementiert; im Grunde genommen ist das sichere Gateway aber schon als Lösung auch für Antriebe anderer Hersteller gedacht – sofern diese ebenfalls CIP-Safety sprechen." Mit Blick in die Zukunft sei es zudem denkbar, dass Bihl+Wiedemann vergleichbare Konzepte auch für weitere Ethernet-basierte Feldbusse wie zum Beispiel Profinet entwickelt. Johanna Schüßler hierzu: "Bei der jetzt vorgestellten Lösung ist es das erste Mal, dass wir - ganz allgemein gesprochen – einen Safety-Master auf der Feldbusebene in unseren Geräten implementiert haben. In den nächsten Jahren wird es sicher noch die ein oder andere auf weiteren Protokollen basierende Variante geben. Was sich in diesem Kontext natürlich anbietet, ist unter anderem eine Lösung für Profisafe."