Schwerpunkte

Engineering

Wenn Ersatzteile fehlen

20. Februar 2019, 01:00 Uhr   |  Robert Norrenbrock


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Keine Zeit verlieren

Mit dem Verfahren decken Betriebe zudem alle strategischen Überlegungen über den Ablauf der Rückführung in ein reproduzierbares Ausgangsmodell ab. Dabei beachtet das Reverse Engineering auch die Interak-tionsstellen mit korrespondierenden Elementen, damit Bauteil und Maschine nach der Rekonstruktion uneingeschränkt funktionieren. Durch die Herstellung des benötigten Bauteils und die damit verbundene Aufrechterhaltung der Maschine sparen Unternehmen Zeit und Geld. Für die Nachkonstruktion eines Zahnrads sei der Ablauf einmal beispielhaft beschrieben: Mit ungefähr 45 Minuten umfasst der Scan-Vorgang die kürzeste Zeitspanne im Gesamtprozess. Die Konstruktion dauert knapp 90 Minuten und umfasst neben der Erstellung der CAD-Datensätze deren detailgetreue Darstellung. 

Erfasste 3D-Daten für CAD-Programme, Norrenbrock
© Norrenbrock

Die erfassten 3D-Daten werden direkt auf einen PC für die weitere Verarbeitung gespeichert und stehen hier anschließend etwa im STL-Format zur Weiterverarbeitung für diverse CAD-Programme zur Verfügung.

Abgeschlossen wird das Reverse Engineering durch die Fertigung des Bauteils, die beim Zahnrad noch einmal circa zwei Stunden in Anspruch nimmt.

Je nach Auftragseigenschaften gilt es zu reagieren und das Fertigungsverfahren den entsprechenden Gegebenheiten anzupassen. Bei Originalteilen, die in der Vergangenheit zum Beispiel als Gussteil hergestellt wurden und jetzt zur Nachkonstruktion gegeben werden, kommen moderne Prozesse zur Erzielung optimaler Ergebnisse zum Einsatz. So lassen sich selbst geringe Stückzahlen problemlos herstellen. Indem alternative Verfahren wie beispielsweise das Zerspanen oder die Kombination mehrerer Fertigungsmethoden eingesetzt werden können, reduziert sich der Arbeitsaufwand. Zusätzlich spart eine neuartig angepasste Fertigungsmethode Kosten ein. Mit dem Verfahren generiert der Anwender letztlich ein Frästeil, da sich Form- und Lagetoleran- zen hierbei viel genauer fertigen lassen.

Mit dem Funktionieren der Maschinen steht und fällt der Umsatz vieler Unternehmen. Ausfälle in der Produktion bewirken folglich, dass Aufträge nicht abgeschlossen werden können. Betreiber verfolgen daher das Ziel, ihre Anlagen instand zu halten. Verfahren wie das Reverse Engineering tragen dazu bei, Maschinen bei Defekten kosten- und zeiteffizient zu reparieren. Die Methode eignet sich besonders, um Bauteile, die sich bewegen beziehungsweise Reibung verursachen, zu rekonstruieren. Bei diesen fällt das Risiko eines Schadens am höchsten aus. Kommt es zu einem Stillstand im Ablauf, entstehen vermeidbare Kosten. Durch die schnelle Abwicklung des Verfahrens gestalten sich Ausfallzeiten kurz und die Produktion kann schnell fortgeführt werden. So reagieren Instandhaltungsmanager besonders auf unvorhergesehene Ausfälle.

Autor: Robert Norrenbrock ist Geschäftsführer der Norrenbrock Technik.

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1. Wenn Ersatzteile fehlen
2. 3D-Scanner im Einsatz
3. Daten greifbar machen
4. Keine Zeit verlieren

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