Schwerpunkte

Condition Monitoring

Strategien zur zustandsorientierten Instandhaltung

19. März 2009, 09:39 Uhr   |  Günter Herkommer

Eine höhere Verfügbarkeit und planbare Serviceeinsätze sind wichtige Pfeiler, auf denen die Wirtschaftlichkeit von Maschinen und Anlagen ruht. Mit welchen Technologien und Komponenten sich die umsetzten lässt, zeigen die Aussteller der Sonderschau „Condition Monitoring Systems“ in Halle 24.

„Condition Monitoring wird massenmarktfähig“, mit dieser Botschaft wirbt Peter Michael Synek, Projektmanager beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) für die Sonderschau „CMS“ auf der diesjährigen Hannover Messe. Dort zeigen am Stand A19 rund 20 Unternehmen auf 1000 Quadratmetern ihre „Frühwarn-Konzepte“ für eine umfassende Maschinen- und Anlagenüberwachung.

 

Peter-Michael Synek
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Peter-Michael Synek, VDMA: „Der Charakter von Condition Monitoring hat sich sehr von einer Spezialdisziplin zu einer kostengünstigen Möglichkeit zur Effizienzsteigerung von Maschinen und Anlagen gewandelt.“

Beispiel Life-Check am Lager: Die häufigste Ursache für Motor- und Getriebeschäden sind Lagerprobleme. Entweder stimmt die Ausrichtung nicht perfekt oder Unwuchten sorgen für stärkere Belastungen der Lager. Beides setzt deren Lebensdauer herab.

Einen drohenden Lagerschaden zu erkennen ist indes keine große Angelegenheit und in nur einer halben Stunde erledigt. Entsprechende Schwingungsmessverfahren zeigen sofort den Ort und die Stärke der Schädigung an. Mittlerweile gibt es sogar Low-Cost-Sensoren, die an gefährdeten Stellen aufgesetzt werden können und permanent den Zustand der Lager anzeigen.

Dass derartige, auf Schwingungsmessung basierenden CM-Systeme weit mehr können als lediglich Lager zu überwachen, demonstriert beispielsweise die Firma Desch Antriebstechnik, Hersteller von Getrieben, Kupplungen und Pressen-Komplettantrieben, im Rahmen der CMS-Sonderschau am Beispiel mobiler Arbeitsmaschinen: Aufgrund der äußerst strengen Abgasnormen bei Verbrennungsmotoren sind die Regler heute viel aggressiver als früher. Das ergibt immense Auswirkungen auf die Kupplungen. Mithilfe von Drehschwingungsmessungen lässt sich heute der komplette Antriebsstrang optimieren.

Online-Schwingungssensor
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Mithilfe eines Online-Schwingungssensors können Grenzwertüberschreitungen durch Verschleiß im Betrieb von Maschinen und Anlagen sofort erkannt und an die Steuerung übermittelt werden. Bei Getrieben ist dadurch laut Expertenmeinung eine Verschleißsicherheit von fast 90 % möglich.

Das Thema Condition Monitoring ist aber nicht nur auf der Sonderschau in Halle 24 präsent. So zeigt etwa die Firma ifm consulting in Halle 9 (Stand D45) entsprechende Systemlösungen „vom Sensor bis ins SAP“. Beispiel Werkzeugmaschine: Mit vier Schwingungssensoren plus einer Auswerteeinheit lässt sich eine Maschinenspindel bereits für rund 1000 Euro Sensorikkosten überwachen und so gegen ungeplanten Produktionsausfall schützten.

 

Dabei kann der Status der Sensoren über die integrierte Ampelfunktion der LEDs (grün-gelb-rot) vor Ort abgelesen oder über die vorhandene Ethernet-Schnittstelle an die Steuerung übermittelt werden. In einer weiteren Ausbauphase lässt sich eine Instandhaltungsmeldung per Mail/SMS anstoßen beziehungsweise eine Meldung im SAP PM automatisch mit Instandhaltungsanforderung anlegen. „Solch einfache Lösungen belegen, dass Condition Monitoring Systeme heute für eine Vielzahl von Anwendungen attraktiv geworden sind“, fasst Peter-Michael Synek zusammen.

 

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1. Strategien zur zustandsorientierten Instandhaltung
2. Die Aussteller auf der CMS-Sonderschau

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