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Kippgefahr gebannt

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© Viktor Baumann

Schwertransporte mit überdimensionalen Lasten erfordern eine komplexe Planung und Logistik, um gut und sicher durchgeführt werden zu können. Mobile Messsysteme zur Überwachung des Neigungswinkels der Ladung sorgen dafür, die Kippgefahr zu minimieren.

Es gibt Schwertransporte und es gibt gigantische Schwertransporte. Zur letzten Kategorie zählt der Transport eines riesigen Wärmetauschers, den die Firma Viktor Baumann im Oktober 2020 durchführte. Das Unternehmen ist Experte für überdimensionale Spezialtransporte, die nur wenige Firmen in Deutschland anbieten. Jeder Transport erfordert umfassende Planungsprozesse, die einen großen zeitlichen Vorlauf haben: Zunächst müssen alle Parameter der Ladung geprüft werden, Größe, Gewicht, Höhe und Länge, anschließend wird die Konstruktion des benötigten Fahrzeugs ausgearbeitet, daran schließen sich die Recherchen zur passenden Strecke an. Letzteres ist insofern komplex, als bestimmte Straßen und Brücken für Ladungsgewicht und -höhe ungeeignet oder Kurven zu eng sein können, um sie mit dem überlangen Fahrzeug zu passieren. »Wenn wir dann mittels eines modernen 3D-Scanfahrzeugs eine Strecke festgelegt haben, kann es sein, dass die Behörden dennoch kein grünes Licht geben, weil sich zum Beispiel Baustellen auf der Strecke befinden, Brücken nicht tragfähig sind oder Ähnliches. Dann muss umgeplant und teilweise auch das Ladegut verändert werden«, so Reinhard Treutler, CAD-Techniker bei Baumann.

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Herausforderung hoher Schwerpunkt

Die besondere Herausforderung bei sehr großen und schweren Gütern ist der hohe Schwerpunkt der Ladung, der die Kippgefahr des ganzen Fahrzeugs erhöht. Im Fall des Wärmetauscher-Transports lag der Schwerpunkt der Ladung 3,80 m über dem Auflieger des Modulfahrzeugs bei einem Gewicht von 324 t. Bei solchen Spezialtransporten gilt es, den Neigungswinkel der Ladung über den gesamten Transportzeitraum kontinuierlich zu überwachen und bei Bedarf hydraulisch gegenzusteuern, wenn der Neigungswinkel einen zuvor definierten Bereich überschreitet.

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Ein Schwertransport der Superlative: Länge des Gesamtzuges: 78 m, Breite: 6,55 m, Höhe: 8,15 m; Gewicht des Anlagenteils: 509 t, Gesamtdauer: 4 Tage. Eine Herausforderung unter anderem für die Planung der Streckenführung.
© Viktor Baumann

Bei weniger kritischen Transporten setzt das Unternehmen für die Neigungswinkel-Überwachung ein Pendel ein, das zusammen mit einer Skala an der Ladung befestigt wird. Bei einem zu hohen Ausschlag kann der Bediener der hydraulischen Anlage die Neigung der Ladung während der Fahrt korrigieren. Bei einem Schwertransport mit den genannten Dimensionen war die Pendelvariante jedoch zu unpräzise, da es sich um einen sehr engen Grenzbereich handelte, in dem die Neigung vom Nullpunkt abweichen durfte.


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  2. Elektronische Überwachungslösung

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