Schwerpunkte

Fraunhofer IPA

Kalkulierte Leckagen

14. April 2020, 08:00 Uhr   |  Inka Krischke | Kommentar(e)

Kalkulierte Leckagen
© Fraunhofer IPA / Mader

Mit Kalkül Druckluft-Leckagen in einer Anlage zu erzeugen, war für den Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader eine ungewohnte Anforderung, die das Fraunhofer IPA in Auftrag gab, um die Auswirkungen von ­Druckluft-Leckagen live sichtbar zu machen.

Leckagen sind für einen Großteil der Verluste in einem Druckluftsystem verantwortlich – bis zu 30 % der Energie werden durchschnittlich über Leckagen ‚verblasen‘. Bei 60.000 Druckluftanlagen in Deutschland und einem Stromverbrauch von 16,6 TWh pro Jahr könnte allein durch die Beseitigung von Druckluft-Leckagen so viel Strom eingespart werden, wie Hamburg und München zusammen pro Jahr verbrauchen.

Für Prof. Sauer, Bereichsleiter ‚Ressourceneffiziente Produktion‘ am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart, ist das Grund genug, Druckluft-Leckagen in den Fokus zu rücken. Gemeinsam mit den Forschern des Fraunhofer IPA will er KI dazu nutzen, Leckagen in Druckluftsystemen schnell und gezielt zu ermitteln. Dazu hat das Fraunhofer IPA in Zusammenarbeit mit Mader einen Druckluftdemonstrator konstruiert, der die Datengrundlage hierfür liefert. Er soll die Basis schaffen für die datengetriebene Produktionsforschung des Fraunhofer IPA, etwa durch das Trainieren selbstlernender Algorithmen.

Das undichte System

Alle Mess- und Sensordaten werden zusätzlich mittels OPC UA automatisiert auf die Industrie-4.0-Plattform ‚Virtual Fort Knox‘ des Fraunhofer IPA übertragen und dort für weiterführende Analysen verar-beitet.
© Fraunhofer IPA / Mader

Alle Mess- und Sensordaten werden zusätzlich mittels OPC UA automatisiert auf die Industrie-4.0-Plattform ‚Virtual Fort Knox‘ des Fraunhofer IPA übertragen und dort für weiterführende Analysen verarbeitet.

Um zu verstehen, wie sich eine Undichtigkeit im System bemerkbar macht, wurde zunächst ein Handling-System aufgebaut, das eine automatisierte Fertigung simuliert. An vier Stationen – Pressen, Schwenken, Aufnehmen mittels Vakuums und Transportieren – können jeweils maximal vier unterschiedliche Szenarien gewählt werden: alles dicht, Knick im Schlauch, Loch im Schlauch und mechanische Undichtigkeit. Die Messwerte – Volumenstrom und Druck – sind jederzeit auf dem Display ablesbar.  

Seite 1 von 2

1. Kalkulierte Leckagen
2. Ablöse für Ultraschall?

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Multi-Sensor-Daten übertragen
Laserpunkt als Zielhilfe
Zwischen analog und digital
Zur optischen Fachfeinpositionierung
Automatisierte Leergutkontrolle

Verwandte Artikel

Fraunhofer IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung)