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VDI-Kongress

Industrie 4.0 gewinnt an Kontur

23. Februar 2015, 15:56 Uhr   |  Meinrad Happacher

Industrie 4.0 gewinnt an Kontur
© VDI

Michael ten Hompel: "Die Unternehmen müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen, das war noch nie so wichtig wie heute!"

Zum zweiten Mal rief der VDI zur Fachtagung Industrie 4.0 am 28. und 29. Januar nach Düsseldorf. Dabei stand auf der Veranstaltung weniger das Thema möglicher Standards und Normungen, sondern vielmehr das Generieren notwendiger neuer Geschäftsmodelle im Vordergrund.

"Die Unternehmen müssen jetzt die Dinge selber in die Hand nehmen", führt Tagungsleiter Michael ten Hompel in die zweitägige Veranstaltung. Und noch ein Appell: "Die Firmen müssen alle ein Stück weit Software-Unternehmen werden!" In Zeiten, in denen jedes Kinder-Überraschungsei schon mit einem RFID-Code versehen sei, müssten die Firmen einsehen, dass zukünftig alles mit Software zu tun habe und sich auch die Produktionswelt ein ganzes Stück weit hin zu einer Servicewelt entwickelt.

Dr. Kurt D. Bettenhausen, Vorsitzender der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik konkretisiert diese Aspekte: "Es geht darum, Wertschöpfungsnetze aufzubauen, die eine neue digitale Grundlage für unternehmensübergreifende Kooperationen, Produktionsnetzwerke und nicht zuletzt für neue Geschäftsmodelle bilden."

Dr. Kurt D. Bettenhausen
© Computer&AUTOMATION / Meinrad Happacher

Dr. Kurt D. Bettenhausen: "Der weltweite, sichere Zugriff auf Daten über den gesamten Lebenszyklus ist die entscheidende Basisanforderung, um Industrie 4.0 Wirklichkeit werden zu lassen."

Demnach müssten sich die Unternehmen in Deutschland dieser neuartigen Strukturen und ihrer Möglichkeiten bewusst werden. Bisher setze der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland mit einer Million Beschäftigten 200 Mrd. Euro jährlich um. Doch die Margen steckten bereits heute in den industrienahen Dienstleistungen, die in Deutschland jährlich auf einen Umsatz von 120 Mrd. Euro kämen – mit 0,4 Millionen Beschäftigten.

Bettenhausen ist überzeugt, dass neue Geschäftsmodelle Hersteller und Dienstleister zu Netzwerken verschmelzen lassen, um global erfolgreich zu sein. "Deutschland benötigt flächendeckend ein Verständnis dafür, was Kunden weltweit in Zukunft ­erwarten. Es ist beispielsweise nicht die hochwertige Heizung, die einmal verkauft wird, sondern das zehn Jahre garantiert warme Haus, in dem der Kunde sich um die Heizung nicht kümmern muss."

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2. Plattformen für Geschäfts­modelle

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