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Durchflussmessung

Balluff baut Prozesstechnik-Sparte aus

20. Februar 2019, 00:30 Uhr   |  Inka Krischke

Balluff baut Prozesstechnik-Sparte aus
© Balluff

"Unser Ziel ist, das Port­folio für die kleine Prozesstechnik sukzessive auszubauen", so Julia Wick, Produktmanagerin bei Balluff.

Seit November 2018 hat Balluff thermische Durchflusswächter im Programm und baut damit die ­Prozesstechnik-Sparte aus. Über die Portfolio-Erweiterung spricht Produktmanagerin Julia Wick.

Frau Wick, warum nimmt Balluff die Messgröße Durchfluss ins Visier?

Julia Wick: Die kontinuierliche Überwachung von Prozessmedien in Maschinen und Anlagen ist letztlich wichtig, um Maschinenstillstand vermeiden und Prozesssicherheit gewährleisten zu können. Druck-, Temperatur- und Durchfluss-Sensoren unterstützen dabei. Mit unserem Drucksensor-Portfolio engagieren wir uns bereits seit vielen Jahren in diesem Bereich; das Portfolio in Richtung Durchflussmesstechnik zu erweitern, war daher ein logischer nächster Schritt. 

Wie sieht die technologische Umsetzung aus?

Julia Wick: Die Durchflusswächter eignen sich für Wasser und wässrige Medien. Auch festkörperbelastete Flüssigkeiten, wie beispielsweise Kühlschmierstoff mit Spänen, lassen sich überwachen. Dabei arbeiten die Sensoren nach dem thermodynamischen Prinzip: Im Sensorelement befinden sich zwei Messstellen. Die erste Messstelle misst die Temperatur des Mediums, die zweite wird beheizt und liegt einige Grad über der Medientemperatur. Durch das vorbeiströmende Medium wird von der beheizten Messstelle Wärme abgeführt und diese dadurch abgekühlt. Die Sensorelektronik wertet die Temperaturdifferenz zwischen beiden Messstellen als Indikator für die Fließgeschwindigkeit aus. 

Wie kommunizieren die Sensoren? 

Julia Wick: Der Strömungswächter erfasst, ob ein voreingestellter Strömungswert über- oder unterschritten ist und gibt diese Information als Schaltsignal aus. Je nach Variante gibt es zusätzlich ein Display oder eine LED-Reihe, die visualisiert, wie hoch die aktuelle Durchflussrate ist.

Was ist das Besondere an den Durchflusswächtern?

Julia Wick: Da keine beweglichen Komponenten vorhanden sind, bei denen Korrosion oder Verschmutzung einen Ausfall verursachen könnten, reduziert sich der Wartungsaufwand. Die Einschraubvarianten lassen sich universell für unterschiedliche Rohr-Nennweiten einsetzen. Dabei muss allerdings sichergestellt werden, dass die gesamte Fühlerspitze vom Medium umgeben ist. So kann der Anwender mehr Gleichteile verwenden und Lagerplatz einsparen. Und um auch Medien in kleinen Rohrdurchmessern überwachen zu können, haben wir Inline-Varianten im Portfolio.

Wo werden die Sensoren typischerweise eingesetzt?

Julia Wick: Je nach Einbauort des Durchflusswächters lassen sich durch das Schaltsignal Rückschlüsse ziehen: Eine Verringerung der Durchflussmenge kann beispielsweise darauf hinweisen, dass eine Förderpumpe ausgefallen, ein Filter zugesetzt oder das Rohrsystem undicht ist. Durch eine kontinuierliche Überwachung des Kühl-Schmierstoff-Flusses, zum Beispiel in einem Bearbeitungszentrum, werden Werkzeuge und Werkstück geschützt und die Prozesssicherheit der Anlage verbessert. Der Durchflusswächter zeigt durch das Schaltsignal eine Störung im Kühlkreislauf an, sodass das Bearbeitungszentrum rechtzeitig abgeschaltet werden kann.

Wie sieht die weitere Roadmap aus?

Julia Wick: Die thermischen Durchflusswächter sind unser erster Schritt innerhalb der Durchflussmesstechnik, weitere Messprinzipien werden folgen. Insgesamt wurde das Portfolio der Prozesssensorik bereits erweitert: So haben wir neben der Druck- und Durchflussmesstechnik seit kurzem ein erstes Portfolio an Temperatursensoren im Angebot.

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