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Grafische Programmierung: Design-Prozesse beschleunigen

National Instruments veranstaltet am Hauptsitz im texanischen Austin die Firmenkonferenz "NIWeek". Es ist die seit ihrem Bestehen größte Veranstaltung: 3300 Teilnehmer, über 200 Sessions sowie eine große Ausstellung beleuchten die Mess-, Regelungs- und Automatisierungstechnik. Der Trend 2011: Mehr Geschwindigkeit für Hard- und Software.

Bildquelle: © Elektronik

Dr. James Truchard, Vorstandsvorsitzender National Instruments: "Software muss auch mehrere Hardware-Generationen hinweg wiederverwendbar sein."

Dr. James Truchard, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von National Instruments, skizzierte in seiner Keynote die Herausforderungen im Umfeld der Mess, Regelungs- und Automatisierungstechnik, an denen sich die Neuentwicklungen von Soft- und Hardware messen lassen müssen: Software muss über mehrere Generationen von Hardware hinweg wieder verwendbar sein. Das heißt, auch auf Multicore-Architekturen der neuen und künftigen Technologiegenerationen", präzisiert Truchard. Und: Jede Form von System Design, das Mess-, Regelungs- und Automatisierungsfunktionen braucht, müsse noch schneller gemacht werden: „Echtzeit“ gewinnt damit eine neue, noch größere Bedeutung.

Eine weitere Herausforderung sei die Verifikation von Embedded Software, die in allen Industriebereichen heute vorkomme. Dabei müssten Modelle der realen Welt, also Sensoren oder Aktoren oder sonstige elektrische oder mechanische Elemente, in Form von Differentialgleichungen nachgebildet werden. Damit angereicherte Simulationen stellen die reale Welt digital dar. Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss die Software, die diese Modelle zur Verifikation nutzt, dann auch in Echtzeit laufen. Truchard: "Darum haben wir Labview 2011 auch deutlich beschleunigt." „Distributed Control“ ist eine weitere Herausforderung, der sich die Entwickler gestellt haben. Damit sind in einem Industriegelände oder in größeren Anlagen verteilte Mess- und damit verbunden auch Regelungs- und Automatisierungsfunktionen gemeint. Auch hier sind Echtzeitfähigkeiten in hohem Maße gefordert, denn sie sind der Schlüssel zu rascher und sicherer Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit.

Die Umsetzung dieser Anforderungen in die aktuelle Labview-Version bedeutete viel Arbeit. Das Ergebnis ist eine Systemdesign-Umgebung mit höherer Stabilität auch unter sehr herausfordernden und stark unterschiedlichen Hardware- und Treiber-Konfigurationen. Als weitere Features nannte Truchard  asynchrone VI-Threads, einfacher zu generierende Sub-VI, eine schnellere Library-Verwaltung aller zugehörigen Prozesse, die .NET 4.0-Fähigkeit und den App-Store zum Austausch von IP-Software. Und auch die Sammlung von Frontpanel-Objekten ist umfangreicher und moderner im Aussehen geworden. "Außerdem haben wir in Labview 2011 dreizehn von Anwendern eingebrachte Funktionen implementiert, die ebenfalls für eine schnellere Abarbeitung innerhalb der Software sorgen", betont Truchard.

Wolfgang Hascher, Elektronik