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Inspektionssysteme: Verunreinigungen auf der Spur

Glas, Kunststoff oder Metallsplitter: Fremdkörper in Lebensmitteln sind eine Gefahr. Produktinspektions-Technologie kann das verhindern. Dabei können Hersteller sowohl auf Metall­suchgeräte als auch Röntgeninspektionssysteme setzen – oder beides.

Verunreinigungen auf der Spur Bildquelle: © Mettler-Toledo

Mit der zunehmenden Komplexität der Produktions- und Verpackungsverfahren bei der Herstellung von Lebensmitteln ist auch das Risiko von Produktverunreinigungen durch Fremdkörper gestiegen. Nach mikrobiologischen Erregern ist die Kontamination mit Fremdkörpern wie Glas, Metall oder Kunststoffpartikeln mittlerweile der zweithäufigste Grund für Lebensmittelwarnungen und Rückruf­aktionen in Europa. So listet das Europäische Schnellwarnsystem RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed) 856 Einträge von Fremdkörper-Warnungen allein für das erste Quartal 2018. 

Die Anzahl der Kontaminationen durch Fremdkörper hat sich EU-weit im Vergleich von 1970 bis 1990 und 2011 bis 2014 verzwölffacht. Der aktuelle Jahresbericht des RASFF führt aus, dass die drei häufigsten Typen von Fremdkörpern in Nahrungsmitteln Metall, Plastik und Glas sind. 

Risikoanalyse mit HACCP- oder HARCP-Audit

Dank rasanter Fortschritte in der Produkt­inspektions-Technologie sind heute in der Lebensmittelproduktion viele Arten von Fremdkörpern zuverlässig detektierbar. Für Hersteller stellt sich in erster Linie die Frage, ob sie hierzu ein Metallsuchgerät, ein Röntgeninspektionssystem oder beides installieren sollten. Der einfachste Weg, sich bei der Wahl des geeigneten Verfahrens zwischen Metalldetektion und Röntgeninspektion zu entscheiden, beginnt mit einem genauen Blick auf die Anwendung. Im ersten Schritt sollte hierzu ein HACCP- (Hazard Analysis and Critical Controlpoints) oder HARCP-Audit (Hazard Analysis and Risk-based Preventive Controls) erfolgen. 

Ein HACCP-Audit identifiziert Kontaminationsrisiken im Herstellungsprozess und welche Arten von Fremdkörpern dabei auftreten können. An den im Audit erkannten kritischen Kontrollpunkten (Critical Control Points = CCPs) ist eine entsprechende Produktinspektions-Technologie zur Risikominimierung zu installieren. Ein HARPC-Audit deckt ebenfalls mögliche Kontaminationsgefahren im Herstellungsprozess ab, berücksichtigt aber zusätzlich weitere sicherheitsrelevante Faktoren wie etwa Besucherzugang und -kontrolle. In jedem Fall ist es ratsam, auch Produkttests durchzuführen, um die am besten geeignete Technologie zu ermitteln. Große Supermarktketten fordern – so die international zu beobachtende Tendenz – von ihren Lieferanten verstärkt darüber hinaus die Einhaltung strenger Code-of-Practice-Vorgaben, deren Anforderungen die internationalen Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit übertreffen.