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NI Week 2017: Das neue Labview

Über 3000 Besucher zählte die diesjährige NI Week in Austin/Texas. Besonderes Highlight: Mit Labview NXG erfolgte die Vorstellung der nächsten Generation des inzwischen 30 Jahre alten Labview.

Jeff Kodosky auf der NIWeek 2017 Bildquelle: © National Instruments

Jeff Kodosky, 'Vater' von Labview, stellt auf der NI Week 2017 mit Labview NXG die nächste Generation der Messtechnik-Software vor.

Es gab so manche Premiere auf der diesjährigen NI Week. So fand die Veranstaltung dieses Jahr nicht wie gewohnt im August, sondern schon im Mai statt. Aber nicht nur der Termin war neu: Zum ersten Mal fungierte auch nicht Dr. Truchard, sondern  Alex Davern als CEO von National Instruments auf der Keynote-Bühne. ‚Dr. T‘ hatte zum Jahreswechsel nach nunmehr 40 Jahren das Zepter an seinen Nachfolger Alex Davern weitergereicht.

Das eigentliche Highlight der vier­tägigen Veranstaltung war allerdings das lang erwartete Labview NXG: Parallel zu Labview 2017 wurde  Labview Next Generation nun in Variante 1.0 vorgestellt. Labview NXG soll die Lücke zwischen konfigurationsbasierter Software – für die keine Programmierkenntnisse erforderlich sind – und benutzerdefinierter Programmierung schließen.

Im Funktionsumfang steht Labview NXG dem etablierten Labview zwar noch  zurück, zeichnet sich dafür jedoch durch eine einfachere Bedienbarkeit aus. So ist Labview NXG zunächst vor allem für Neueinsteiger und Gelegenheitsnutzer gedacht. Mit der Weiterentwicklung soll es stramm vorwärts gehen: Auf der NI Week war schon die Beta-Version von Labview NXG 2.0 zu sehen, die als finite Version Ende des Jahres zur Verfügung stehen soll. Darin gibt es viele Neuerungen in Bezug auf die Versions-Verwaltung und einen komfortablen Package-Manager. In den nächsten Versionen soll auch der Unterschied im Funktionsumfang zum klassischen Labview aufgeholt werden.

Während der Produktpräsentation geht Labview-‚Vater‘ Jeff Kodosky auf den Werdegang von NXG ein: Demnach hat sich NI lange Zeit darauf konzentriert, Labview mit zusätzlichen Funktionen und Möglichkeiten auszustatten. Das ursprüngliche Ziel, Anwendern eine möglichste schnelle und effiziente Automatisierung ihrer Messaufgaben zu ermöglichen, geriet etwas in den Hintergrund. Genau hier soll Labview NXG ansetzen: Gängige Anwendungen können mit einem einfachen, konfigurationsbasierten Ansatz realisiert werden. Für komplexere Anforderungen stehen die vollständigen, offenen grafischen Programmierfunktionen von Labview in Form von G-Code zur Verfügung.

Neue, programmierfreie Arbeitsabläufe sorgen in der Version 1.0 für Produktivitätssteigerungen bei der Erfassung und iterativen Analyse von Messdaten. Der nötige Programmcode wird im Hintergrund erstellt. So lassen sich beispielsweise Codeabschnitte per Drag-and-drop einfügen, die 50 Zeilen textbasierten Codes entsprechen. Dazu enthält Labview NXG einen von Grund auf neu programmierten  Editor, der von erfahrenen Anwendern häufig nachgefragte Funktionen enthält (zum Beispiel die lange erwartete Zoomfunktion), aber auch für Neueinsteiger und Gelegenheitsnutzer eine bessere Benutzerfreundlichkeit bietet. Der neue Editor unterstützt zudem die Integration einer breiteren Auswahl an Programmiersprachen.