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Industrie 4.0: Die Problemfelder der Maschinenbauer

An den 'heißen' Themen im Maschinen- und Anlagenbau hat sich in den letzten 25 Jahre wenig ­geändert: Vor allem die Engineering-Zeiten durch paralleles statt serielles Arbeiten der beteiligten ­Fachgebiete drastisch zu reduzieren, ist ein ungelöster Dauer­brenner. Hinzu kommen die Heraus­forderungen bei Industrie 4.0. Warum aber tun sich die Maschinen- und Anlagenbauer so schwer mit dem Thema? Wie lässt sich die Situation verbessern?

Maschinen  und Anlagebau Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Eine CAT-Marktanalyse aus dem Jahr 2012 zeigt: Zirka 80 % der befragten Maschinenbau-Unternehmen produzieren ihre Maschinen in seri­eller Arbeitsweise. Also in der Rei­henfolge Mechanik-, Elektrokonstruktion und zum Schluss Software-Erstellung. Den meisten Maschinenbauern ist eine Realisierung der Maschinen aus vorgefertigten Modulen noch fremd. Ebenso fehlt ein paralleles ­Engineering über die beteiligten Fachgebiete. In der Prozessindustrie sieht es nicht anders aus.

Verschärft wird die Situation durch die Industrie-4.0-Diskussion. In einer VDI-Studie wird erwähnt, dass Modularisierung und Integrated Engineering, sprich durchgängiges Engineering über alle beteiligten Fachgebiete, wesentliche Voraussetzung für die Realisierung von Industrie-4.0-Konzepten sind. Wenn aber in den letzten 25 Jahren gerade diese Aufgaben zwar diskutiert, aber bisher weitestgehend nicht gelöst wurden, was gibt uns die Sicherheit, dass wir diese Aufgaben kurzfristig meistern können? Weiterhin müssen im Kontext von Industrie 4.0 neben Maschinenbau und Elektrotechnik noch die IT-Fachleute in die Konzeptfindungen und Realisierungen mit einbezogen werden.

Im Februar 2015 wurde schließlich bekannt, dass die Standardisierungsbestrebungen innerhalb der Plattform Industrie 4.0 in den letzten Jahren keine nennenswerten Ergebnisse liefern konnten, weshalb nun im Rahmen einer neuen Dialogplattform unter anderem De-facto-Standards verwendet werden sollen. Der Einsatz solcher Standards ist im IT-Bereich eine bekannte Vorgehensweise; im Maschinenbau oder im Automatisierungsbereich spielen dagegen national beziehungsweise international abgestimmte Standards eine erhebliche Rolle. Offensichtlich gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Vorstellungen bei den Beteiligten, die sich nicht unter einen Hut bringen ließen.