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Open Source in der Industrie

02. März 2017, 15:11 Uhr   |  Andreas Müller

Open Source in der Industrie
© Kunbus

In der Entwickler-Community steht der Open-Source-Gedanke hoch im Kurs. Hat dieser Ansatz auch im konservativen Automatisierungsumfeld eine Chance zu punkten? Kunbus wagt den Schritt mit einem Open-Source-Rechner auf Raspberry-Pi-Basis.

Auf der ‚Deutsch-Französischen Digitalkonferenz‘ im Dezember 2016 haben hochrangige Politiker beschlossen, Open Source in der Industrie voranzutreiben. Die Konferenz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatte zum Ziel, die Zusammenarbeit beider Länder im Bereich der Digitalisierung weiter aus­zubauen. Sogar in der Abschlusser­klärung wird Open Source als entscheidender Innovationstreiber hervorgehoben, was zeigt, wie aktuell dieses Thema ist.

In der Industrie schotten sich Firmen gegenüber ihrer Konkurrenz mittels Patenten ab und investieren viel Geld in Rechtsabteilungen, um diese durchzusetzen. Aber die Unternehmen ziehen auch harte Grenzen zu ihren Kunden. Wer kann heute noch ein Auto oder die Waschmaschine selbst reparieren oder ein Mobiltelefon öffnen? Oft bekommt man nicht einmal mehr vernünftige Bedienungs- beziehungsweise Reparaturunterlagen und Schaltpläne – und ohne Spezialwerkzeuge steht man häufig auf verlorenem Posten.

Ein klarer Gegenentwurf zu solchen Szenarien ist der Open-Source-Gedanke. Doch gerade Marktführer in renditestarken Industrien haben kein Interesse an diesem Gegenentwurf. Sie wollen ihre Margen und Märkte schützen und sind oftmals auch strukturell kaum in der Lage, sich auf diese neue Welt einzustellen. Doch wie lange können sich diese Firmen das noch leisten? Spätestens wenn die ersten Open-Source-Produkte in ihrem Marktsegment auftauchen, steigt der Kostendruck und sie werden dazu gezwungen, zu reagieren.

Im privaten Bereich sind Open-Source-Produkte schon geläufig. Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind die meisten Produkte kostenfrei oder zumindest deutlich preiswerter als andere. Zum anderen haben Anwender die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und Änderungen und Anpassungen durchzuführen. Der Anwender wird gleichzeitig zum Entwickler.

Die neue Generation von Ingenieuren und Entwicklern gehen mit diesem ­Thema lockerer um und tragen dazu bei, dass der Open-Source-Gedanke auch in der Industrie ankommt, weil für sie die großen Freiheitsgrade wich­tiger sind als die Nachteile eines verschlossenen Systems. Fast unbemerkt hat die Verwendung von Open-Source-Software ein ungeheures Ausmaß an­genommen. Trotzdem ist sie aktuell ­immer noch stark lediglich im privaten oder universitären Umfeld zu ver­orten.

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1. Open Source in der Industrie
2. Vor- und Nachteile
3. Industrie 4.0 und Open Source

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