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Erster eigener Box-PC

28. November 2019, 13:30 Uhr   |  Andreas Knoll

Erster eigener Box-PC
© Aaronn Electronic

Florian Haidn, Aaronn Electronic: „Box-PCs werden immer kompakter mit mehr I/Os auf kleinstem Raum.“

Bislang als Distributor und Integrator von Industrie-PCs und Embedded-Systemen bekannt, präsentiert Aaronn Electronic auf der SPS seinen ersten eigenentwickelten Box-PC. Florian Haidn, Geschäftsführer von Aaronn Electronic, erläutert, was dahintersteckt.

Welche Trends sieht Aaronn Electronic bei Box-PCs?

Florian Haidn: Box-PCs werden immer kompakter mit mehr I/Os auf kleinstem Raum. Zudem werden sie leistungsstärker und individueller: Weil es sehr viele unterschiedliche Anwendungen gibt, bedarf es oft kundenspezifischer Anpassungen, um die Anforderungen zu erfüllen. Vor allem bei Gateways ist ferner die Interkonnektivität ein entscheidendes Kriterium.

Was hat Aaronn Electronic dazu veranlasst, eigene Box-PCs zu entwickeln?

Florian Haidn: Es gibt zwar bereits eine breite Palette unterschiedlicher Box-PCs für diverse Applikationen. Kundenspezifische Anpassungen sind aber meist nur bei größeren Stückzahlen möglich. Außerdem ist dafür ein aufwendiger Abstimmungsprozess zwischen Kunde, Systemintegrator und Hersteller erforderlich.
Die A2I-Box von Aaronn Electronic dagegen ist eine komplett modular aufgebaute und dadurch besonders flexible Alternative, die sich an den Anforderungen der Kunden orientiert.

Worin liegen die Alleinstellungsmerkmale der Box-PCs?

Florian Haidn: Die A2I-Box ist modular aufgebaut und bleibt deshalb über Jahre hinweg aktuell: Wenn es eine neue Modulgeneration beispielsweise mit leistungsstärkeren oder preisgünstigeren CPUs gibt, lässt sich das CPU-Modul tauschen, ohne die ganze Box neu designen zu müssen. Die Basis bestehend aus dem Carrier-Board mit den I/Os und dem Gehäuse bleibt erhalten.

Mit Abmessungen von 142,4 mm x 103 mm x 54,5 mm fällt das lüfterlose Gehäuse sehr kompakt aus. Dennoch bietet es diverse Schnittstellen: DisplayPort, 2 x RS232, 2 x USB 3.0 und 2 x Gigabit Ethernet. Über mPCIe-Slots lässt sich die Schnittstellenvielfalt noch beliebig ausbauen, etwa um die Anbindung mittels CAN, Profibus, WLAN oder RS485.

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist aber die Möglichkeit, kundenspezifische Anpassungen auch bei kleineren Stückzahlen vorzunehmen. Diese Anpassungen finden bei Aaronn Electronic statt. Dadurch, dass es sich um ein eigenes Produkt handelt, hat das Unternehmen alle Hebel in der Hand und kann unabhängig, schnell und flexibel agieren.

Lassen sich die Box-PCs als Edge-Controller verwenden?

Florian Haidn: Die A2I-Box lässt sich nahtlos in ein Netzwerk integrieren und übernimmt an den Maschinen vielfältige Aufgaben, die über die Maschinensteuerung hinausgehen. Sie kann beispielsweise Daten vorverarbeiten, filtern und gegebenenfalls mittels Machine Learning und KI bereits an der Maschine analysieren, um schnelle Entscheidungen vor Ort zu treffen. Damit lässt sich sicherstellen, dass nur ausgewählte Daten in die Cloud gelangen, was potenzielle Sicherheitsrisiken ausschließt und Kosten verringert.

Wie lassen sich die Box-PCs kundenspezifisch anpassen?

Florian Haidn: Es beginnt beim eigenen Firmenlogo auf der Box. Standardmäßig nicht vorhandene Schnittstellen lassen sich einfach durch mPCIe-Karten hinzufügen: RS485, CAN, Profibus und zusätzliche Netzwerkschnittstellen. Mittels mPCIe-Karten der Intel-Tochter Movidius sind auch Deep-Learning-und KI-Anwendungen realisierbar.

Gerne erstellen wir – auch gemeinsam mit Kunden – spezifische Images von Betriebssystemen und installieren sie. Nicht nur der Box-PC selbst, sondern auch das Drumherum von der Verpackung über Labels bis hin zu Kabeln ist kundenspezifisch anpassbar. Das Gesamtpaket lässt sich nach den Anforderungen und Wünschen der Kunden gestalten.

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