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Die Plattform wächst

16. Februar 2018, 00:00 Uhr   |  Lukas Dehling

Die Plattform wächst
© Kunbus

Andreas Müller: „Wie in der Revolution-Pi-Familie üblich, ist der neue ‚RevPi Compact‘ sowohl Hardware- als auch Software-seitig Open Source und entspricht der Norm EN 61131-2.“

Vor knapp über einem Jahr hat Kunbus die Plattform 'Revolution Pi' – kurz 'Revpi' – ins Leben gerufen. Vertriebsleiter Andreas Müller über den Status quo und die Neuheiten zur embedded world 2018.

Herr Müller, wie hat sich die Plattform entwickelt?

Müller:
Wir haben in nicht einmal einem Jahr eine vierstellige Anzahl an Geräten verkauft, Tendenz steigend – und viele Kunden sind immer noch in der Evaluierungsphase. Die hohe Nachfrage und das Interesse spiegeln sich auch in unserem Forum wider. Hier sind bereits über 1500 Beiträge geschrieben und diskutiert worden. 

Die Anfragen kamen dabei aus verschiedensten Branchen und Anwendungsgebieten: Von der Sägeschnitt-Überwachung, als SPS-Ersatz, für ‚predictive maintenance‘ Aufgaben, als IoT-Gateway, als Webbrowser in Schaltschränken, für einfache Steuerungsaufgaben oder zur Füllstandskontrolle bis hin zu Anfragen von Privatanwendern.

Welche Neuheiten zeigen sie auf der embedded world 2018?

Müller:
Mit dem ‚Revpi Connect‘ erweitern wir den Standard ‚Revpi Core‘ um eine zweite LAN-Schnittstelle, und zwar um eine RS485-Schnittstelle. Des Weiteren bietet das Modul eine Überwachung der Funktion des Cores über einen Watchdog sowie eine Anschlussmöglichkeit für Kommunikationsmodule wie etwa Bluetooth, Funkmodems, M-Bus oder GSM beziehungsweise LTE. Weiter besteht jetzt die Möglichkeit, eine USV anzuschließen und deren Status auszuwerten. Der Revpi Connect besitzt zudem frei programmierbare LEDs. Über die ‚Pi-Bridge‘ wird der Revpi Connect mit bestehenden Erweiterungsmodulen wie IOs oder Busse verbunden. Diese Module können links vom Revpi Connect über eine Steckbrücke angeschlossen werden. 

Die neu entwickelte ‚Connect-Bridge‘ verbindet den Revpi Connect rechtsseitig mit weiteren Modulen wie etwa Funkmodems oder GSM. Diese Steckverbindung stellt eine Spannungsversorgung, eine Rückmeldeleitung, einen SPI-Bus sowie gemultiplext entweder TX und RX oder zwei GPIOs vom Compute-Modul zur Verfügung.

Ganz neu ist, dass die Geräte zukünftig auch mit Codesys laufen, inklusive den dazugehörenden Industrial-Ethernet-Protokoll-Stacks. Auch zeigen wir das ‚Revpi Compact‘-Modul, das wir erstmals auf der SPS IPC Drives mit an Bord hatten. Statt dem üblichen modularen Aufbau sind beim neuen Gerät alle Schnittstellen in einem einzigen Gehäuse untergebracht. 

Wie viele Produkte gibt es mittlerweile für die Plattform?

Müller:
Unser Revolution-Pi-System ist rasend schnell gewachsen. Hardwareseitig gibt es mittlerweile neben dem Revpi Core und dem Revpi Core 3 drei verschiedene digitale I/O-Baugruppen sowie ein analoges I/O-Modul mit hoher Genauigkeit. Daneben stehen als Netzwerk-Module aktuell zwölf verschiedene Slave-Protokolle zur Verfügung – darunter Profibus, Profinet, seriell, Ethercat, Ethernet/IP, Powerlink, DMX und die klassischen Feldbusse. Modbus RTU und Modbus TCP hat der Revpi aber auch schon als Master und Slave an Bord. Demnächst werden CAN und M-Bus zur Verfügung stehen.

Sehr viele Softwareprodukte laufen ebenfalls mittlerweile auf den Geräten, was wir der offenen Raspberry-Pi-basierten Plattform verdanken. Besonderes Augenmerk haben wir hier auf die Integration von industriellen Anwendungen gelegt. Zur Verfügung stehen unter anderem Soft-SPSen wie Logi.Cad3 und Axel sowie Node Red. Auch eine Fernsteuerung ist über Teamviewer möglich. Zur Visualisierung ist es möglich, ‚Procon-Web IoT‘ zu verwenden und über die Softwareschnittstelle ‚Revpi7‘ lässt sich sogar eine Siemens S7 über Profinet anbinden und auslesen.

Welche Anwendungen zeigen Sie in Nürnberg?

Müller:
Dort bieten wir einen Querschnitt von Anwendungsmöglichkeiten. So können Besucher etwa gegen einen Robotor spielen, der von einem Revpi gesteuert wird. Außer­dem zeigen wir die Anbindung einer S7 an unsere Platt­form. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich  Funktionen wie Cloud-Anbindung oder Visualisierung live anzuschauen.     

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