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Die Plattform wächst

16. November 2017, 15:31 Uhr   |  Lukas Dehling

Die Plattform wächst
© Kunbus

Andreas Müller: "Wie in der Revolution-Pi-Familie üblich, ist auch der neue ‚RevPi Compact‘ sowohl hardware- als auch softwareseitig Open Source und entspricht der Norm EN 61131-2."

Auf der letztjährigen Messe hat Kunbus die Plattform 'Revolution Pi' – kurz 'Revpi' – ins Leben gerufen. Marketing and Sales Director Andreas Müller über das erste Jahr und die Neuheiten zur Messe.

Herr Müller, welches neue Produkt stellen Sie in diesem Jahr vor?

Müller: Mit dem ‚Revpi Compact‘ stellt Kunbus das neueste Mitglied der Revolution-Pi-Produktfamilie vor. Statt dem üblichen modularen Aufbau sind beim neuen Gerät alle Schnittstellen in einem einzigen Gehäuse untergebracht. Ausgestattet mit dem Raspberry-Pi-Compute-Module-3 verfügt das Open-Source-Gerät über einen Quad-Core-Prozessor mit 1,2 GHz und 4 GByte RAM. Zwei Versionen sind erhältlich: Eine mit fest installiertem 4 GByte-eMMC-Flash-Speicher und eine mit austauschbarer microSD-Speicherkarte. Eine speziell angepasste Version des vom Raspberry Pi bekannten Betriebssystems Raspbian ist vorinstalliert.

Zudem zeigen wir erste Muster des ‚RevPi-Connect‘, der den Standard-RevPI-Core um eine zweite LAN-Schnittstelle, eine RS485-Schnittstelle und eine Watchdog-Funktion erweitert. Auch sind Anschlüsse für Kommunikationsmodule sowie für eine USV möglich. Über die Bridge wird der RevPI Connect mit bestehenden Erweiterungsmodulen wie I/Os oder Busse verbunden.

Wie viele Produkte gibt es mittlerweile?

Müller: Unsere Plattform ist rasend schnell gewachsen. Hardware-seitig gibt es neben dem ‚RevPi Core‘ und dem ‚RevPi Core 3‘ drei verschiedene digitale I/O-Baugruppen sowie ein analoges I/O-Modul. Daneben stehen als Netzwerk-Module aktuell zwölf verschiedene Slave-Protokolle zur Verfügung – darunter Profibus, Profinet, seriell, Ethercat, Ethernet/IP, Powerlink, DMX und die klassischen Feldbusse. Modbus RTU und Modbus TCP hat der ‚RevPi‘ schon als Master und Slave an Bord. Demnächst werden auch CAN und M-Bus zur Verfügung stehen.

Und auch sehr viele Softwareprodukte laufen mittlerweile auf dem ‚RevPi‘, was daran liegt, dass er eine auf dem Raspberry-Pi-basierte offene Plattform ist. Besonderes Augenmerk haben wir hier auf die Integration von industriellen Anwendungen gelegt. So stehen unter anderem Soft-SPSen zur Verfügung wie Logi.CAD3, AXEL und Node Red. Auch eine Fernsteuerung ist über Teamviewer möglich. Zur Visualisierung ist es möglich ‚Procon-WEB IoT‘ zu verwenden und über die S7-Softwareschnittstelle RevPi7 lässt sich sogar eine Siemens S7 über Profinet anbinden und auslesen.

Wie hat sich die Plattform entwickelt?

Müller: Wir haben in nicht einmal einem Jahr eine vierstellige Anzahl an Geräte verkauft – Tendenz steigend. Und viele Kunden sind immer noch in der Evaluierungsphase.

Dabei waren wir selbst überrascht, aus wie vielen Branchen die Anfragen kamen. Von der Sägeschnitt-Überwachung, über Privatanwender, als SPS-Ersatz, für ‚predictive maintenance‘ Aufgaben, als IoT-Gateway, als Webbrowser in Schaltschränken, für einfache Steuerungsaufgaben, zur Füllstandskontrolle, für alternative Energie, für die eMobilität bis hin zu professionellen Cloud-Anwendungen verwenden Kunden unsere Produkte.

Die hohe Nachfragen und das Interesse spiegelt sich auch in unserem Forum wider. Hier sind bereits über 1500 Beiträge geschrieben und diskutiert worden.

Welche Anwendungen zeigen sie auf der Messe?

Müller: Auf unserem Stand können Besucher etwa gegen einen Robotor spielen, der von einem RevPi gesteuert wird und wir zeigen die Anbindung einer S7 an den RevPi. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich die Funktionen wie Cloud-Anbindung oder Visualisierung genauer anzuschauen.

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