Der gläserne Industrie-PC


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Test-Szenarien

Bild 1: Die vorkonfektionierten Testwagen werden nur noch in die Öfen geschoben und über zwei Leitungen mit dem Testsystem verbunden
Bild 1: Die vorkonfektionierten Testwagen werden nur noch in die Öfen geschoben und über zwei Leitungen mit dem Testsystem verbunden

Insgesamt neun, zum Teil selbst entwickelte Diagnoseprogramme führen während des 24-stündigen Burn-in automatische Funktions- und Leistungstests aller Komponenten durch. Die Software prüft unter anderem die Prozessoren, das Mainboard sowie Schnittstellen (RS 232, Parallel, USB, LAN und primäre VGA) und Laufwerke. Des Weiteren werden die klassischen Performance-Werte wie Taktfrequenzen, Festplattenkapazitäten, Geschwindigkeiten während der Prüfung erfasst und ausgewertet. Im Prüfbericht sind alle Komponenten einzeln aufgelistet und jeder auftretende Fehler genau dokumentiert (zum Beispiel: Lesefehler auf Sektor XY der HDD X in Prüfdurchlauf Z).

Für die Bedienung der Industrie-PCs im Ofen sind KVM-Switche (KVM: Keyboard, Video, Mouse) notwendig, da die Prüfung an jedem Rechner explizit gestartet und vor der Entnahme der Testwagen wieder beendet werden muss. Nach Abschluss des Wärmelaufs kontrolliert das Prüfpersonal die Prüf-Ergebnisse über das zentrale Überwachungsterminal. Fehler werden durch ein rot hinterlegtes Fenster im Bildschirm angezeigt. Das Personal kennzeichnet die durchgefallenen IPCs und leitet diese dann an die Fachabteilung zur Nacharbeit weiter.

Die Zuordnung der Testdaten zum Prüfling erfolgt grundsätzlich über die Seriennummer des IPC, die bereits mit der Installation des Prüfprogramms auf dem Rechner hinterlegt wird. Da nicht nur jeder Rechner, sondern alle eingebauten Komponenten eine ID-Nummer haben, lassen sich auftretende Fehler dem entsprechenden Bauteil oder einer Charge zuordnen. Bei einer Fehlerhäufung in einer Charge können alle davon betroffenen Rechner identifiziert werden – falls jemals notwendig auch bei bereits ausgelieferten Rechnern!

 

Bild 2: Zentrale Datenhaltung: Sämtliche Test-Ergebnisse werden für jeden Industrie-PC Seriennummern-bezogen archiviert
Bild 2: Zentrale Datenhaltung: Sämtliche Test-Ergebnisse werden für jeden Industrie-PC Seriennummern-bezogen archiviert

Sämtliche Prüf-Ergebnisse des Burn-in werden während des Tests zunächst auf der Festplatte des Prüflings gespeichert. Das ist notwendig, da im Ofen keine Verbindung zum Intranet besteht. Erst beim abschließenden Funktionstest werden die Daten über Ethernet in das hausinterne Archivierungssystem überspielt. Dort laufen auch die Prüfprotokolle aller anderen Funktionstests zusammen, die während der vorangehenden Fertigungsschritte (Sichtprüfung, Inbetriebnahme, Ersttest) und nachfolgenden Kontrollen (elektrische Sicherheit und finaler Endtest) entstehen.


  1. Der gläserne Industrie-PC
  2. Die Test-Szenarien
  3. Prüfdaten en Masse