Der gläserne Industrie-PC

Qualität zu produzieren ist eine Sache, den Nachweis darüber zu erbringen eine ganz andere. Mit ihrem Test- und Archivierungskonzept sorgt BEG Bürkle für Transparenz und lässt Kunden tief in die QS-Daten blicken.

Thomas Hoffmann, Harald Schmitt

Burn-in-Tests sind das wichtigste Instrument in der Qualitätssicherung, um Hardware-Komponenten und Komplettgeräte intensiven Funktionstests zu unterziehen. Die Stresstests decken fehlerhafte Bauteile und mögliche Frühausfälle auf, die je nach Anwendungsgebiet fatale Schäden verursachen können – speziell in den Anwendungsbereichen, in die BEG Bürkle liefert: unter anderem Medizintechnik, Militär und sensible zivile Projekte. Deshalb prüft das Unternehmen jeden Industrie-PC nach einem mehrstufigen Schema. Neben steigenden Stückzahlen führte vor allem die Forderung eines Nachweises der erfolgreichen Geräteprüfungen zum Ausbau der Burn-in-Kapazitäten und dem ausgeklügelten Archivierungskonzept.

Die Folterkammern

In zwei speziell für BEG Bürkle konzipierten Wärmeöfen mit einer Größe von jeweils 4,2 m × 1 m × 2,7 m und 15 kW Leistung können jeweils 25 Rechner einem Funktionstest unterzogen werden. Für die Überwachung und Einhaltung der Klimawerte – die Öfen sollen 50 °C Umgebungstemperatur konstant halten – sorgen die Steuerungen der Wärmeschränke. Sie generieren bei Abweichungen einen Alarm, dokumentieren ihn und schalten gegebenenfalls die Spannungsversorgung der Prüflinge ab.

Bei einer Jahresproduktion von rund 9000 Industrie-PCs ist eine effiziente Vorbereitung der Prüflinge wichtig: Die Rechner werden vorab auf Testwägen gestellt und sämtliche Schnittstellen mit Loop-Back-Adaptern versehen, die ein vom Prüfprogramm gesendetes Signal über die jeweils zu testende Schnittstelle zurücksenden. Anschließend verbindet ein Mitarbeiter die Rechner auf dem Testwagen mit Netz-, VGA-, Tastatur- und Mausanschlüssen. Für deren zügige Konfektionierung sorgt ein zentraler Verteiler auf dem Testwagen. Erst danach kommt der Wagen in den Ofen. Dort müssen nur noch die Spannungsversorgung des Prüfwagens und zwei Steuerleitungen mit den entsprechenden Steckverbindern des Verteilers verbunden werden.

 


  1. Der gläserne Industrie-PC
  2. Die Test-Szenarien
  3. Prüfdaten en Masse