Funktionale Sicherheit

Congatec geht Safety-Markt an

23. Juni 2022, 10:21 Uhr | Meinrad Happacher

Auf der embedded world gab Congatec bekannt, massiv in funktionale Sicherheit zu investieren. Motivation ist: Funktional sichere Embedded-Computing-Plattformen seien in vielen neuen Applikationen nötig.

Congatec, Anbieter von Embedded und Edge Computer Technologie, sieht zunehmenden Safety-Bedarf  - von der industriellen Fertigung und kollaborativen Robotik bis hin zu autonomen Fahrzeugen für Werkshallen, Schienen und Straßen. In all diesen Applikationen gebe es zudem den Trend hin zur Hardwarekonsolidierung, was dazu führe, dass gemischt-kritische Anwendungen auf funktional sicheren eingebetteten Multicore-Systemen betrieben werden müssten, um mehrere sicherheits- und nicht-sicherheitskritische Aufgaben parallel bewältigen zu können. X86 basierte Embedded-Multicore-Plattformen böten ein solides Fundament für solche Applikationen, weshalb Congatec sie jetzt für die Zertifizierung nach FuSa-Standards wie IEC 61508 und ISO 13849 qualifiziert.

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Funktional sichere Computing-Plattformen für mixed-critical Applikationen.
Der Safety-Ansatz von Congatec: Funktional sichere Computing-Plattformen für mixed-critical Applikationen.
© Congatec

Kosteneinsparung für die OEMs

»FuSa-befähigte Hardware und hardwarenahe Software sind grundlegende Bausteine für jedwede sicherheitskritische Applikation und erfordern einen detaillierten Blick auf alle ihre Komponenten. OEMs, die ein Computer-on-Module als applikationsfertigen Baustein – inklusive aller relevanten Softwarekomponenten wie Bootloader, Hypervisor und BSP – verwenden, das bereits für funktionale Sicherheit zertifizierbar ist, können viel Zeit und Geld sparen. Sie müssen nur noch das kundenspezifische Carrierboard und entsprechende Adaptierungen für die Zertifizierung qualifizieren«, fasst Konrad Garhammer, CTO bei Congatec, den Kundennutzen der Investitionen des Unternehmens in die funktionale Sicherheit zusammen.

Eine erste Safety-Umsetzung

Eine erste Lösung für solche FuSa-Building-Blöcke war auf der Messe in einer Live-Demo zu sehen. Auf dem für funktionale Sicherheit vorbereiteten COM Express Mini-Modul conga-MA7, das die für FuSa qualifizierte Intel CPU x6427FE mit Safety Island-Support integriert – läuft eine FuSa-Demo-Applikation auf Basis des RTS-Hypervisors und integriertem Echtzeit-Linux. Diese FuSa-Demo soll belegen, dass Congatec mit der Qualifizierung der ersten Computer-on-Modules, basierend auf der Intel Atom x6000 E Prozessortechnologie, bereits weit fortgeschritten ist, wobei weitere Module noch folgen sollen.

OEMs können ab sofort damit beginnen, die für funktionale Sicherheit qualifizierten Module und BSPs von Congatec sowie eigene Softwarekomponenten in ihre Applikationsplattformen zu implementieren. Congatec will zudem OEM-Kunden bei allen Customization-Anforderungen compliant zu ihren spezifischen Zertifizierungsanforderungen unterstützen – sei es bei der Auswahl der Komponenten und ihrer Implementierung auf Carrierboards, der OS- und Hypervisor-Support oder der Implementierung von I/O-Treibern.

Um Computer-on-Module für einen sicheren Betrieb zu qualifizieren, müssen alle Komponenten sowie das gesamte BSP für die FuSa-Zertifizierung vorbereitet sein – einschließlich der Sicherheitshandbücher (Safety Manual) und allen weiteren erforderlichen Dokumentationen. Auch alle organisatorischen Prozesse und Dokumente, die während der Entwicklung und Tests erstellt werden – wie FMEDA (Failure Modes, Effects and Diagnostic Analysis) sowie der Verifikations- und Validierungsprozess (V&V) – müssen mit den Zertifizierungsanforderungen in Einklang gebracht und von externen Gutachtern geprüft werden. All dies will Congatec ab sofort bereit stellen.

 


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