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IoT: ARM kauft Treasure Data

ARM will mit einer neuen Connectivity und Data-Management-Plattform einen Wendepunkt in der IoT-Evolution setzen. Deshalb hat das Unternehmen Treasure Data übernommen.

Es sei die größte Cash-Übernahme in der Firmengeschichte, sagt Dipesh Patel, Präsident der IoT Service Group von ARM. Allerdings sagte er nichts zum tatsächlichen Übernahmepreis. Im Vorfeld war von 600 Mio. Dollar die Rede gewesen, eine Zahl, die ARM nicht bestätigt hat.

Die Übernahme passt hervorragend in die übergeordnete Strategie von Softbank-Gründer Masayoshi Son, der ARM 2016 übernommen hatte, sowie seinem 100-Mrd.-Dollar-Vision-Fund. Son will damit seine globale Iot-Strategie umsetzen.

Laut Patel komme es nicht nur drauf an, Chips und Sensoren in die Endgeräte zu integrieren, um Daten zu sammeln, sondern die Daten auch auswerten und etwas Vernünftiges mit ihnen anstellen zu können. Nur dann wäre es sinnvoll, von Smart Cities, Smart Energy und Smart Manugfacturing (Industrie 4.0) zu sprechen. Die Märkte seien aber auf den Geräte-, Vernetzungs-, Plattform- und Datenanalyseebene fragmentiert.

Für einen Chip-Hersteller wie ARM stelle sich zudem die Frage, wie er künftig Geld verdienen wolle, wenn die Preise für Chips und die erzielbaren Margen fallen. Es komme also darauf an, künftig mehr als nur Chip-IP bieten zu können. Deshalb hat ARM kürzlich Stream Technologies gekauft.

Mit der jetzt vollzogenen Übernahme von Treasure Data könne ARM nun das IoT-Puzzle vervollständigen, Treasure Data bilde genau das Element, das noch erforderlich gewesen wäre, um ein durchgängiges IoT-System aufbauen zu können. Treasure Data könne große Mengen von Daten aus verschiedenen Quellen, die heute oft in Silos relativ nutzlos ihr Leben fristen – beispielsweise aus CRM- und IoT-Systemen sowie Daten aus externen Quallen – sammeln und gemeinsam auswerten. Das erlaube es den Anwendern, aus diesen Daten wertvolle  Schlüsse zu ziehen.

Die Pelion-Plattform von ARM Bildquelle: © ARM

Die Pelion-Plattform von ARM.

Nun will ARM auch die Aktivitäten von Treasure Data in die neue SaaS-Plattform (Software as a Service) namens Pelion-IoT-Plattform integrieren, in sechs Monaten soll sie stehen.  Diese Plattform würde sich von den bisherigen vertikalen IoT-Plattformen unterscheiden, die meist auf spezifische Geräte und Datenkategorien ausgerichtet seien. Patel spricht sogar von einem Wendepunkt in der IoT-Evolution, denn bei der Pelion-Plattform handele es sich um eine horizontale Plattform, die mit jeder Anzahl von Geräten und mit jeder Art von Vernetzung zurecht käme, genauso wie mit allen Datentypen und jedem Cloud-System.

Parallel dazu will ARM die Treasure-Data-Plattform als unabhängige Technik weiterführen, so dass die bestehenden Kunden wie gewohnt weiter arbeiten können und neue Kunden für dieses System gewonnen werden könnten.

Laut, Präsident der IoT-Services Group von ARM, bestehe Das letztliche Ziel bestehe laut  Dipesh Patel darin, IoT für den Anwender einfach zu machen: “Er darf die Komplexität nicht spüren.” Als Beispiel nannte er vernetzte Autos, für die eine globale Connectivity-Plattform und Datenmanagement-Plattform erforderlich sei.