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Panel- und Embedded-PCs: Raspberry Pi für die Industrie

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Warum nicht das ­Compute-Module?

Die Softwarekompatibilität war auch einer der ausschlaggebenden Punkte für die Verwendung des Standard-Raspberry-Pi-3-Model-B-Moduls anstatt der ebenfalls beliebten Compute-Module. Auch wenn diese Module eine höhere Integration und kompaktere Bauformen erlauben, ist die Software-Unterstützung hier nicht so umfassend wie für die Standard-Varianten. Außerdem wären populäre Features, wie WLAN und Bluetooth, nicht so einfach realisierbar gewesen. 

Eine der häufigsten eingesetzten Erweiterungen ist die RTC-Platine. Sie stellt die beim Modul nicht enthaltene Echtzeituhr bereit. Auf der Basisplatine emView-7/RPI3 wird die batteriegepufferte Echtzeituhr mit dem Microchip MCP7940N realisiert. Die verwendete Knopfzelle vom Typ CR2032 stellt der Uhr für viele Jahre die notwendige Energie zur Verfügung.

Viele Tests haben gezeigt, dass die Zuverlässigkeit des Systems neben der Spannungsversorgung ganz wesentlich von der Qualität der verwendeten µSD-Karte abhängt. Diese muss zwingend für den Einsatz in industriellen Umgebungen ausgelegt sein; normale Consumer-µSD-Karten fallen oft nach kurzer Zeit aus. Daraufhin sind sie entweder nicht mehr lesbar oder zeigen gravierenden Datenverlust. Der verwendete µSD-Kartentyp muss daneben das Ausschalten der Versorgungsspannung ohne vorheriges Herunterfahren des Betriebssystems mehrere tausend Male ohne Probleme überstehen. Der emView-7/RPI3 ist ab Werk mit einer entsprechenden µSD-Karte eines darauf spezialisierten Markenherstellers ausgestattet.

Häufig ist bei Systemen aus dem Embedded-Umfeld die Installation von Zusatzsoftware sehr kompliziert. Fehlende Funktionen müssen zunächst bei kommerziellen Anbietern angefragt und erworben oder zumindest aufwendig für die jeweilige Hardwareplattform mit einer C/C++-Toolchain compiliert werden.