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Fuji Electric / Beck IPC: Das HMI an die Cloud

Fuji und Beck IPC haben auf der SPS IPC Drvies 2015 eine Kooperation bekannt gegeben. Jürgen Pulcher, Sales Manager Fuji Electric Europa, erläutert die Hintergründe.

Kooperation wird besiegelt Bildquelle: © Computer&AUTOMATION / Meinrad Happacher

Thomas Schumacher, CEO Beck IPC, Christoph Müller, Business Development

Beck IPC, Jürgen Pulcher, Fuji, und José Alemany, Vice President Fuji Europe

(v.l.n.r.) besiegeln die Kooperation.

Herr Pulcher, Fuji Electric [1] ist als Anbieter von Antriebstechnik bekannt. Worum geht es in Ihrer Kooperation?

Pulcher: In diesem Fall geht es nicht um unsere Drives, wenngleich diese auch von der Technik unserer Kooperation profitieren. Zum Konzern Fuji Electric gehört auch Hakko Electronic, bekannt für Human Machine Interfaces – und um diese Produktgruppe geht es hauptsächlich bei unserer Zusammenarbeit.

Was genau ist technologischer Inhalt der Kooperation?

Pulcher: Wir fokussieren bei diesen Arbeiten auf die gemeinsame Entwicklung eines Multi-Treiber-Interfaces mit  integriertem Cloud Portal Server. Wir nutzen dafür ein leistungsfähiges HMI und dessen ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten. Neben der einfachen Konfiguration verfügen wir dadurch über eine enorme Anzahl verfügbarer Treiber. Sprich: nahezu 200 Treiber ermöglichen uns die Anbindung der unterschiedlichsten Steuerungen. Wir können dadurch neben Neuanlagen nahezu jede bestehende Automationsumgebung anbinden. Eine spezielles Software PlugIn, entwickelt von Beck IPC [2], ermöglicht dann die Bereitstellung der Daten im Internet of Things – in Echtzeit, an jedem Ort und zu jeder Zeit! Wir bewegen uns damit auf dem Weg ins Geschäftsmodell des 'Everything as a Service'.

Was bedeutet das für den Kunden?

Pulcher: Unser Kooperationspartner nutzt unsere Hardware für die Datenerfassung und bietet der Industrie die gesamte Plattform und Infrastruktur in der Cloud. Der Kunde – vom Maschinenbauer bis hin zum produzierenden Unternehmen – kann sich damit auf seine eigene Kernkompetenz konzentrieren. Wir bieten ihm die Möglichkeit, alle Daten seiner Produktionsmittel und Anlagen zu erfassen und nach dem Modell der Industrie 4.0 in der Cloud zu vernetzen und mit anderen Systemen zu kooperieren. In unserem Geschäftsmodell geschieht dies ohne eine hohe Kapitalbindung: Unsere Kunden bezahlen nur entsprechend der Anzahl der erfassten Datenpunkte und deren Verarbeitung.  

Welche Bedeutung misst Fuji der Kooperation bei?

Pulcher: Wir sehen darin die Möglichkeit, unsere HMI-Hardware in einer Zukunftstechnologie zu verwenden. Damit bieten wir als Fuji Electric unseren Kunden einen wichtigen Baustein für die Nutzung von Physical-Cyber-Systems nach dem Modell von Industrie 4.0.

Hatte Fuji bis dato noch keine Kommunikationslösung integriert?

Pulcher: Für uns sind Cloud-Technologien wichtig. Deshalb haben wir bereits in der Vergangenheit unsere V-Cloud-Lösung vorgestellt. V-Cloud ermöglicht den einfachen Transport von Maschinen- und Anlagendaten unter Nutzung des Internet und einer VPN–Verbindung.

Warum die Kooperation mit Beck IPC. Gab es keine japanische Alternative?

Pulcher: Wir waren beeindruckt von den technischen Möglichkeiten der Internetplattform unseres Kooperationspartners. Ein vergleichbares System konnten wir im japanischen Markt nicht entdecken. Auf der anderen Seite sind unsere Partner bei Beck von den Fähigkeiten des ‚Hakko V9 HMI‘ überzeugt. Da sich unser Betriebssystem gut mit der Portal-Server-Software von Beck IPC versteht, hat sich eine Kooperation angeboten. Ein besonderer Vorteil liegt auch in der strategischen Ausrichtung unserer Unternehmen: Wir treten in keinem Bereich als Konkurrenz auf und können uns im Markt sehr gut ergänzen.

Welcher Integrationsaufwand ist nötig, um die Technik von Beck IPC zu integrieren?

Pulcher: Wie bereits erwähnt: Unsere Betriebssysteme verstehen sich sehr gut mit dem Plug In von Beck. Damit hält sich der Intgrationsaufwand in Grenzen. Unsere Techniker konnten diese Aufgabe recht schnell lösen.