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5G und Intelligent Edge – Ausblick auf 2021

08. Januar 2021, 11:18 Uhr   |  Inka Krischke

5G und Intelligent Edge – Ausblick auf 2021
© Wind River Systems

Paul Miller, CTO bei Wind River Systems

Autonome Fahrzeuge, Drohnen, Telemedizin, Industrie 4.0 erfordern den Umgang mit riesigen Datenmengen. Hier kommen Technologien wie 5G und dezentrale 5G-Edge-Clouds zum Zuge. Wind River hat drei Trends zusammengestellt, die den Markt 2021 wesentlich beeinflussen werden.

Die Einführung von 5G nimmt 2021 weiter an Fahrt auf. Gemäß einer aktuellen Studie von Wind River hat die COVID-19-Pandemie bei über 70% der Telekommunikationsunternehmen für eine schnellere Entwicklungs- und Einführungsphase der 5G-Projekte gesorgt. Laut Branchenverband GSMA werden Kommunikationsdienstleister in den nächsten fünf Jahren weltweit über 900 Millionen Dollar in die 5G-Netzinfrastruktur investieren.

Der Ausbau von vRAN als Katalysator für 5G ROI

Virtual Radio Access Networks (vRAN) sind die nächste Stufe der Netzwerk-Virtualisierung und eng verknüpft mit Network-Edge-Anwendungen. Verizon schloss 2020 seine erste vollständig virtualisierte 5G-Datensitzung ab. Viele andere globale Betreiber überlegten ebenfalls, wie sie von den erheblichen Einsparungen bei den Investitions- und Betriebskosten der neuen Architektur profitieren könnten. Diese Kosteneinsparungen werden jedoch nicht der einzige Katalysator für die wachsende Dynamik hinter vRAN im Jahr 2021 sein. Die Technologie hat sich auch als Katalysator erwiesen, der die Bereitstellung einer verteilten Cloud-Architektur beschleunigt. Denn diese wird für vRAN und eine Vielzahl anderer Anwendungen benötigt, um 5G ROI zu realisieren. Dies gilt für eine ganze Reihe von Branchen, darunter Fertigung und Industrie, die Automobilbranche oder das Gesundheitswesen.

Industrielle private Netzwerke

Mobile Edge Computing ist für die 5G-Wachstumsstrategien fast aller Netzbetreiber von zentraler Bedeutung. Viele der Anwendungen und Dienste, die die lukrativsten Umsätze im 5G-Bereich versprechen, werden am Netzwerk-Rand betrieben. Änderungen bei der Frequenzzuteilung bedeuten, dass viele globale Unternehmen jetzt private LTE/5G-Netze aufbauen können, um im Rahmen von Campus-Netzen ihre eigenen spezifischen Anwendungen an ihren eigenen Standorten zu unterstützen. Viele Unternehmen – darunter Siemens, Bosch, BMW, Volkswagen und Lufthansa – haben im Jahr 2020 in ihre eigene Infrastruktur investiert. Diese Dynamik wird sich 2021 weiter verstärken, da sich ein größeres Bewusstsein für die Vorteile des Mobile Edge Computing etabliert. Dies betrifft sowohl Kosteneinsparungen also auch deutliche Verbesserungen der Arbeitseffizienz und Produktivität.

Stand-alone 5G-Netzwerke werden weltweit gestartet

Angesichts der Tatsache, dass sich die 5G-Bereitstellung deutlich beschleunigt hat, erwartet Wind River die erste kommerzielle Verfügbarkeit einer eigenständigen 5G-Infrastruktur gegen Ende des Jahres 2021. Mit dem Reifegrad von MEC (Multi Access Edge Computing) und Anwendungsbeispielen mit geringer Latenz wie IoT in Industrie und Fertigung oder der Automatisierung von Fahrzeugen ist ‚Standalone 5G‘ ein kritischer Erfolgsfaktor. Unternehmen, die Services über veraltete ‚Non-Standalone 5G‘ (NSA) Mobilfunknetze basierend auf bestehender LTE-Infrastruktur hosten, werden weit geringere Einnahmen aus 5G erzielen können.

Die Industrie hat hohe Erwartungen an das Optimierungspotenzial durch Schlüsseltechnologien wie 5G und Edge Computing. Um die Vorteile neuer 5G-Anwendungen und -Systeme am Netzwerk-Rand möglichst frühzeitig und umfassend nutzen zu können, haben Industrie- und Fertigungsunternehmen bereits Pläne angekündigt, mit Partnern an der Entwicklung ihrer eigenen privaten 5G-Netze zu arbeiten.

»Für Netzanbieter wird es entscheidend sein, den Ausbau von 5G in ihrem Kern-Netz zu beschleunigen. Globale Netzbetreiber, die 5G vRAN-Technologie, Mobile Edge Computing (MEC) oder viele andere industrielle Edge-Anwendungen bereitstellen wollen, müssen daher unweigerlich den Rand ihrer Netzwerke virtualisieren. Dies ist deutlich komplexer als die Nachrüstung von Virtualisierungs-Infrastrukturen im Rechenzentrum und erfordert neue Lösungsansätze, die speziell darauf ausgerichtet sind, neuen und sich entwickelnden Anwendungsfällen zum Erfolg zu verhelfen.« – so fasst Paul Miller, CTO bei Wind River Systems, die To-Dos in Sachen 5G zusammen.

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