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Spatial Computing - Der Status Quo!

11. März 2021, 15:23 Uhr | Meinrad Happacher

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Prozesse über einen längeren Zeitraum erfassen

Valentin Heun
Valentin Heun ist Vice President Innovation Engineering, Reality Lab bei PTC.
© PTC

Das Recht auf Privatsphäre ist ein großes Thema, aktuell durch die DSGVO einmal mehr ins Lampenlicht gerückt. Da bei Spatial Computing auch die Bewegungsabläufe von Personen erfasst werden, muss der Schutz von Intimität berücksichtigt werden. Hierbei ist der wesentliche Punkt, welche Daten erhoben und wie sie verarbeitet werden.

Derzeit werden neue Prozesse vorab simuliert und schließlich am Ort der Implementierung ihre Dauer per Stoppuhr gemessen. Schon lange ist es üblich, entsprechende Daten, etwa gemäß der Vorgaben des REFA Bundesverbands, zu protokollieren. Auf dieser Basis werden Stückzahlen definiert, die pro Stunde erreicht werden sollen. Die Gefahr besteht bei dieser Methode allerdings darin, dass die gemessenen Zeiten ungewollt Sondereffekte enthalten: Weiß ein Arbeiter, dass er beobachtet und seine Zeit protokolliert wird, strengt er sich vermutlich mehr an und arbeitet schneller. Dabei wird nicht in Betracht gezogen, dass er müde werden kann und je nach Tagesverfassung unterschiedliche Leistungen vollbringt. Denn es wird nur ein kurzer Ausschnitt unter Idealbedingungen abgebildet und in eine Vorgabe umgemünzt. Erfasst man hingegen mithilfe von Spatial Computing längere Etappen, zeigt sich ein wirklichkeitsgetreueres Abbild. Mit Spatial Computing lassen sich Daten viel präziser erheben und somit der Arbeitsplatz und die Leistungsvorgaben mit den Fähigkeiten des Werkers besser in Einklang bringen. Je nach Richtlinien und internen Vorgaben werden dabei nur de-personalisierte Bewegungsmuster, nicht jedoch Videoaufnahmen im Sinne von persönlichen Daten gespeichert.

Eine neue Ära in der Industrie

Mittels verketteter Kamerasysteme können komplette Produktionsstandorte aus der Ferne gesteuert werden. Interdisziplinäre Arbeitsgruppen können global auf Basis des digitalen Zwillings so kollaborieren, als säßen sie in einem Raum zusammen – sie können sich selbst sehen und im virtuellen Beobachtungsraum des anderen bewegen.

PTC investiert in diese Technologie, wohl wissend, dass sie längst noch nicht ausgereizt ist. Das Unternehmen stellt zum Beispiel die Vuforia Spatial Toolbox der Open Source Community zur Verfügung, damit diese eigene Programme entwickelt und voneinander lernt. Dabei arbeitet der Systemanbieter neben Partnern aus der Industrie mit Universitäten wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) eng zusammen.

Ist Spatial Computing im E-Commerce-Umfeld bereits sehr erfolgreich, sind für den effektiven Einsatz in der industriellen Fertigung noch weitere Forschung und Entwicklung notwendig. PTC intensiviert beispielsweise seine Arbeiten an der Vuforia Spatial Toolbox im regen Wissensaustausch mit anderen Protagonisten in diesem Metier.


  1. Spatial Computing - Der Status Quo!
  2. Datenqualität nachhaltig steigern
  3. Prozesse über einen längeren Zeitraum erfassen

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