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ABB auf der Hannover Messe 2019: Smart Sensor prüft Zustand von Lagern

ABB adaptiert seine Smart-Sensor-Technologie, die bereits für die Zustandsüberwachung von Niederspannungsmotoren und Pumpen im Einsatz ist, auch auf Stehlager. Ziel ist es, außerplanmäßige Stillstände zu vermeiden und die Lebensdauer von Anlagen zu verlängern.

Smart Sensor für Stehlager von ABB Bildquelle: © ABB

Der Smart Sensor eingeschraubt in ein Lager der Marke Dodge.

Laut Jonas Spoorendonk, Digital Portfolio Manager bei ABB, sind 80 % der Lagerausfälle durch die Schmierung bedingt, und ein „heiß laufendes“ Lager könne auf eine nicht ausreichende Schmierung hindeuten. Als Teil des Portfolios ‚Condition Monitoring für den Antriebsstrang‘ soll die Smart-Sensor-Technologie durch eine Analyse des Lagerzustandes anhand von Vibrations- und Temperaturdaten künftig frühzeitig Hinweise auf mögliche Probleme liefern – und zwar unter Verwendung modernster Algorithmen zur Analyse, dem Management und der Sicherstellung der Leistung der Komponenten. Somit können Stillstandzeiten etwa bei Anwendungen wie Schüttgutförderanlagen vermieden werden, die häufig im Bergbau, der Zuschlagstoff- und Zementherstellung sowie bei Anwendungen in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zum Einsatz kommen.

Jonas Spoorendonk Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

Jonas Spoorendonk, ABB: „Lager sind kritische Komponenten in Förderanlagen und häufig der erste Indikator für ein Anlagenproblem.“

In der Standardeinstellung zeichnet der Batterie-betriebene Smart Sensor einmal pro Stunde relevante Daten auf und archiviert diese in seinem Speicher bis zu einem Monat. Die weitere Übermittlung  der Daten zum Zwecke der Auswertung kann je nach Bedarf drahtlos entweder händisch an ein Smartphone erfolgen oder aber automatisiert über ein Bluetooth-Gateway an ein entsprechendes Cloud-Portal. An das Gateway lassen sich in einem Radius von rund 50 Metern auch mehrere Smart Sensoren anbinden.

Die Montage des ab Mitte Februar verfügbaren Sensors am Lager erfolgt per Schraubanschluss. Neue Lager der Marke Dodge, die seit 2011 zum ABB-Konzern gehört, werden Spoorendonk zufolge bereits über ein entsprechendes Gewindeloch verfügen. Bei älteren Lagern oder auch bei Lagern anderer Hersteller besteht alternativ die Möglichkeit, den Schmiernippel heraus zu drehen und an dessen Stelle einen Adapter-Schmiernippel zu montieren, der dann zusätzlich auch den Smart Sensor aufnimmt. Eine dritte Option besteht darin, nachträglich ein Gewindeloch für die Aufnahme des Smart Sensors in das Lager zu schneiden.