Prozessleittechnik

Sechs Schleusen - ein Leitstand

22. Juni 2016, 14:11 Uhr | Stefan Niermann

Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Flexibles Entwicklerwerkzeug

Um die hohen Anforderungen an die Visualisierung der Prozessleittechnik umsetzen zu können, baute HST diese auf der Software ‚Visiwin 7‘ von Inosoft auf, die dem Programmierer große Freiheiten in der individuellen Gestaltung lässt. Sie basiert auf den .NET-Technologien WPF und Windows Forms von Microsoft sowie auf HTML 5. Aufgrund ihrer Offenheit und der Verwendung von Standardwerkzeugen eignet sich die Software als Basis des ‚Scada V10‘-Systems. Visiwin 7 liefert einen Baukasten mit typischen Funk­tionen einer HMI-/Scada- Software (Prozesskommunikation, Datenaufzeichnung, Alarmverwaltung, Anlagenlogbuch, Benutzerverwaltung). Scada V10 erwei-tert diesen Baukasten um spezifische Funktionen, die HST für eigene Projekte und für seine Kunden in der Wasser- und Abwasserwirtschaft benötigt, wie Abwasserpumpen oder Belebungsbecken. In diesem Projekt sind dies zum Beispiel Signalanlagen sowie Schleusenkammern und -tore.

Ein großer Vorteil der Visiwin-Plattform besteht darin, dass Anwender, die bereits in einer Microsoft-Umgebung arbeiten, die Software nahtlos in Tools wie Visual Studio einbinden können. In der aktuellen Version ist es Entwicklern nach dem Anlegen eines neuen Projektes in Visiwin möglich, komplett in ihrer gewohnten Visual-Studio-Programmierumgebung zu bleiben. Denn alle Editoren für die Projektkonfiguration, die relevanten Prozessdaten und Visiwin-Definitionen sind in Visual Studio integriert.
Dank der Entwicklungsfreiheiten von Visiwin 7 konnte HST anwendungsspezifische Anforderungen aus dem Lastenheft der WSV, wie die ­plastische Darstellung des Schleusentores beim Öffnen und Schließen, ­umsetzen – auch weil die Software über Standardwerkzeuge, wie ‚Blend‘ und ‚Visual Studio‘ von Microsoft, die  Gestaltung hochwertiger Grafik-Elemente wie Transparenz-Effekte, Farbverläufe, 2D- und 3D-Animationen und die Darstellung multimedialer Inhalte ermöglicht. Darüber hinaus ließ sich die Darstellung als reine Visualisierung ohne jegliche eingeblendete Windows-Funktionen realisieren, damit die Schleusen-Bediener beispielsweise nicht versehentlich auf die Schaltfläche ‚Herunterfahren‘ oder anwendungsfremde Programme klicken können.

Inzwischen sind sieben Schleusenkammern an den Standorten in Mettlach, Rehlingen, Serrig und Saarbrücken auf die neue Technik umgerüstet. Die üb­rigen vier folgen bis Ende 2017.

 


  1. Sechs Schleusen - ein Leitstand
  2. Hohe Anforderungen
  3. Komplexe Prozesse
  4. Visualisierung der ­Prozessdaten
  5. Flexibles Entwicklerwerkzeug
  6. Freie Fahrt

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