Schwerpunkte

HMI-Schnittstelle

Parametrieren oder programmieren?

19. September 2019, 08:30 Uhr   |  Stefan Niermann


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Der Mittelweg

Neben diesen beiden ‚idealtypischen‘ Strategien – Programmieren oder Parametrieren – gibt es einen Mittelweg, der die Vorteile der beiden Welten in sich vereint. Solche Systeme bieten einerseits eine breite Palette von Standardfunktionen, die sich einfach per Parametrierung aufsetzen lassen. Zum anderen lassen sich damit  komplexe Funktionen mit Hilfe objektorientierter Programmiersprachen und den dafür verfügbaren professionellen Tools nachrüsten, während vorgefertigte Lösungen allenfalls mit Scriptsprachen in geringem Umfang modifizierbar sind. 

Die Idee hinter solchen Lösungen: das ‚Pflichtprogramm‘ der HMI lässt sich mit geringem Aufwand erstellen. Diese Aufgabe können erfahrene Fachkräfte aus der Automation übernehmen. Erst für zusätzliche Erweiterungen kommen dann Software-Experten zum Einsatz. Funktionen, die auf dem Markt nicht als fertige Lösungen erhältlich sind, spezielle Anwendungen und Services des Maschinenbauers sowie die Berücksichtigung kundenspezifischer Technologien und Anforderungen sind nur einige Beispiele für solche Ergänzungen.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Gestaltung der Oberfläche, beispielsweise im Design des Maschinenbauers oder nach Wunsch von dessen Kunden. Entscheidend dabei ist, dass sich die programmierten Erweiterungen nahtlos in die Teile der HMI einfügen, die auf Parametrieren basiert.

Ein Beispiel für ein solches offenes System ist VisiWin von Inosoft. Diese Lösung ist tief in das Microsoft-Ökosystem zur Entwicklung grafischer Systeme eingebettet. Dazu zählt an erster Stelle Visual Studio, daneben das Designwerkzeug Blend und als Technologie das .Net-Framework inklusive Windows Forms sowie das GUI-Framework WPF (Windows Presentation Foundation). Diese Integration gewährleistet eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an aktuelle Windows-Betriebssystemversionen und moderne PC-Technik.

Eine große Entwickler-Community und zahlreiche Download-Plattformen bieten sogar außerhalb des weitgehend kostenlosen Hersteller-Services umfangreiche Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen, auch in Form von fertigen Funktionsbausteinen, die zum Download bereitstehen. Die Gefahr eines ‚Hersteller-Lock-In‘ ist bei dieser Lösung also denkbar gering.

Wer selbst Zusatzfunktionen für VisiWin programmieren will, kann auf verschiedene Technologien und Sprachen zurückgreifen. Im Fokus stehen C# und VB.NET (Visual Basic.NET) von Microsoft sowie Web-Technologien wie HTML5, CSS, XAML und Javascript. Selbstverständlich sind auch aktuelle Kommunikationsprotokolle wie OPC UA integriert.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Jede Lösung hat ihre Berechtigung, jedoch ist jede Anwendung individuell zu betrachten. Grundlagen für eine Entscheidung sind ein gründliches Abwägen von Vor- und Nachteilen sowie der verfügbaren Kompetenzen im Unternehmen.

Autor:
Stefan Niermann ist Vertriebsleiter bei Inosoft.

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1. Parametrieren oder programmieren?
2. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze
3. Der Mittelweg

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