UX-Design in der Industrie

Endlich an den Nutzer denken

10. März 2021, 14:02 Uhr | Fabio Brito

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Usability als Wettbewerbsvorteil

Elegantes Design allein reicht nicht

Der Begriff User Experience (UX) beschreibt alles, was mit der ‚Reise‘ eines Nutzers, also mit dem Verhalten, zu tun hat. Häufig wird er im Zusammenhang mit Webseiten und Apps verwendet, aber grundsätzlich ist er auch auf andere Bereiche übertragbar. Es geht vor allem darum, das Produkt wirklich immer durch die Brille der Kunden zu sehen und danach zu entscheiden, was wirklich gebraucht wird und was verbessert werden muss.

Ein ganz entscheidender Punkt ist, dass UX viel mehr ist als die bloße Optik. Während sich das User Interface, zu Deutsch: Benutzeroberfläche, rein um das Aussehen der Funktionen kümmert, ist das Thema Usability ein Teilbereich der UX und dort lediglich Mittel zum Zweck. Mit einer optimalen Usability versucht man die Benutzung einfach und effizient zu gestalten. Das kann beispielsweise durch weniger Klicks zum Ziel oder eine klare Sprache erreicht werden. Insofern ist die UX in ihrer Gesamtheit immer wichtiger als das User Interface: Wenn der Nutzer sein oder ihr Ziel nicht erreichen kann, bringt das schönste Design nichts.

Dialog als Basis für eine optimale Nutzererfahrung

Wer eine gute UX etablieren will, sollte – egal in welchem Bereich – auf eine ausgeprägte ‚Feedbackkultur' setzen. Kunden interagieren jeden Tag mit unseren Produkten, Webseiten, Software-Lösungen; einerseits sorgt das für wertvolles direktes Feedback, sowohl auf der ‚Tonspur‘ als auch schriftlich, andererseits fallen dabei natürlich permanent Daten an, die man im Blick haben sollte.

UX-Design im B2B

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Mit geeigneten Analysewerkzeugen kann beispielsweise die gesamte Nutzerinteraktion auf einer Webseite nachvollzogen und entsprechend bewertet werden – natürlich komplett anonym. Auf dieser Datenbasis lässt sich möglicherweise ablesen, welche zusätzlichen Funktionen sich die Nutzer wünschen. Um zu testen, ob der Bedarf auf Kundenseite auch wirklich existiert, wird zunächst eine Basislösung angeboten: Ist Bedarf vorhanden, kann man die Lösung iterieren, also in mehreren Entwicklungs- und Gestaltungszyklen und immer mit Blick auf das regelmäßig einfließende Kundenfeedback verbessern. Im Prinzip lässt sich der Vorgang mit dem Einrichten eines neuen Hauses vergleichen: Ist die Grundausstattung wie Bett und Kühlschrank vorhanden, geht es an die Dekoration.

Um es nochmal zusammenzufassen: Sämtliches Kundenfeedback sollte genutzt werden, um die Usability permanent weiterzuentwickeln und zu verbessern. Idealerweise analysiert man dafür permanent die anfallenden Nutzungsdaten.


  1. Endlich an den Nutzer denken
  2. Usability als Wettbewerbsvorteil
  3. Perspektiven unterschiedlicher Nutzergruppen einfließen lassen

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