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Das Projekt Glass@Service

29. Januar 2020, 16:12 Uhr   |  Günter Herkommer

Das Projekt Glass@Service
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Ein Konsortium aus sechs Unternehmen und Institutionen unter Leitung von Siemens hat in den letzten drei Jahren zu Augmented Reality (AR) in der Industrie geforscht. – Die Ergebnisse des Projektes Glass@Service.

Die Digitalisierung durchdringt die Fertigung immer stärker. In einigen Bereichen – vor allem beim Umrüsten von Maschinen und Kommissionieren von Aufträgen – arbeiten Mitarbeiter jedoch häufig noch mit ausgedruckten Listen, drucken Etiketten auf Vorrat für die Kennzeichnung von Material und erfassen am Ende aufwendig alle Daten im Warenwirtschaftssystem. Deshalb wird bereits seit mehreren Jahren untersucht, inwiefern AR in diesen Bereichen zum Einsatz kommen könnte. Aber erst jetzt sind die dafür erforderlichen technologischen Komponenten wie Micro-Displays, Controller-Elektronik, 3D-Kameras und Sensoren so ausgereift, dass sie zu einer neuartigen Mensch-Maschinen-Interaktion kombiniert und in die IT-Landschaft einer Fabrik integriert werden können.

Geöffneter Glass@Service-Demonstrator mit Interface-Elektronik und Prozessor-Board.
© Siemens

Geöffneter Glass@Service-Demonstrator mit Interface-Elektronik und Prozessor-Board.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Partner des Projektes Glass@Service ein gemeinsames Ziel gesetzt: Intelligente Datenbrillen durch die Verbindung mit neuartigen Interaktionsmöglichkeiten wie etwa Augen- und Gestensteuerung sowie innovativen IT-Dienstleistungen als personalisierte Informationssysteme einzusetzen. Im Rahmen der dreijährigen Projektlaufzeit gab es zwei wesentliche Work-Streams – zum einen die softwareseitige Integration in die Unternehmens-IT-Systeme und zum anderen die Entwicklung eines entsprechenden Prototypen-Demonstrators.

Für den Einsatz im industriellen Umfeld galt es, die Datenbrille für spezielle Anforderungen zu entwerfen. Hierfür wurde zunächst eine umfangreiche Anforderungsanalyse zu den Szenarien erstellt. Beispielhaft seien hier Aspekte wie Robustheit, die Nutzung durch geschulte Techniker (aber keine Experten) und der zuverlässige Betrieb über einen Zeitraum von mehr als acht Stunden innerhalb einer Schicht genannt. Weiterhin spielten Faktoren wie Gewicht, Temperaturentwicklung, Balance, Sichtfeldabschottung, Eye-Tracking etc. in diesem Kontext eine Rolle. Zwar gab und gibt es am Markt bereits Datenbrillen, vor allem aus dem Consumer-Bereich; diese waren jedoch für industrielle Anwendungen nicht geeignet. Die Gründe erstrecken sich – wie bereits erwähnt – von unpassender Ergonomie, geringer Laufzeit, ungenügendem Betrachtungswinkel bis hin zu Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit.

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