User Interface

Browser-basiert versus nativ

12. Juni 2018, 0:00 Uhr | Sven Kröger, Stefan Niermann

Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Die Kombination macht‘s

Beide Ansätze – die native Windows-Anwendung und der auf Browser-Technologie basierende – haben ihre Vor- und Nachteile. Diese verhalten sich in vielerlei Hinsicht komplementär – die Stärke des einen ist die Schwäche des anderen. Deshalb ist es für Industrieunternehmen unabdingbar, das gesamte Einsatzgebiet holistisch zu betrachten und die Implementierung sorgfältig zu durchdenken. Was soll wann, wo, wie und von wem gemacht werden? Lässt sich vielleicht ein Ausblick in die technologischen Produktionsbedingungen der nahen Zukunft werfen? Können daraus weitere Schlüsse für den Bedarf gezogen werden? Sprich: Kann das System quasi „bereit für die Zukunft“ gemacht werden? Aus allen verfügbaren Informationen lässt sich die richtige Software-Lösung für den HMI-Bereich ableiten. 

In einer abgeschiedenen Maschinenanlage, wie einer Pumpenstation oder einer Windkraftanlage, wo im Normalfall kein Techniker vor Ort ist, ist der Fernzugriff über den Browser für den Wartungs- und Überwachungsbetrieb alternativlos – native Apps auf einem Panel-PC an der Anlage direkt sind hier entsprechend unbrauchbar. An einer Produktionsmaschine hingegen, die rund um die Uhr von einem Operator betrieben wird, reicht der stationäre Zugriff über den IPC oder Panel-PC meist völlig aus und die native App erlaubt den benötigten Zugriff auf die Hardware. 

System Visiwin von Inosoft
Visiwin von Inosoft ist ein flexibles und offenes System, in dem neben nativen Applikationen für komplexe ­Darstellungen auch Browser Clients einsetzbar sind. Diese sind responsiv, um sowohl stationär als auch auf mobilen Geräten die bestmöglichen Informationen bereitzustellen.
© Inosoft

Genau genommen ist die Kombination beider Ansätze heute bereits Basis der meisten mobilen Lösungen. Die Rechenleistung, die für Sammlung und Bereitstellung der Datenbasis sowie Datenaufzeichnung, -upload oder -analyse benötigt wird, kann technologisch noch nicht von mobilen Geräten erbracht werden. Das heißt, sowohl heute als auch auf absehbare Zeit wird der stationäre Rechner mit nativen Applika-tionen als Server-Grundlage einer jeden Datenverarbeitung im großen Umfang bleiben – egal, ob diese Daten nativ oder Browser-basiert auf mobilen oder stationären Geräten angezeigt werden.

Der Abgesang auf die native Windows-App kommt daher sicher viel zu früh. Als ein Hersteller von Prozessvisualisierungs-Software setzt Inosoft bei seiner Software Visiwin auf ein offenes und flexibles System, das entsprechend der Kundenbedürfnisse sowohl auf native als auch auf web-basierte Lösungen angepasst werden kann. Die native Lösung, die bei Visiwin ‚Modern UI‘ genannt wird, basiert dabei auf der sehr leistungsfähigen Grafikschnittstelle Windows Presentation Foundation (WPF), welche standardmäßig bei Microsoft-Betriebssystemen seit Vista integriert ist. Diese ermöglicht die Erstellung und Anzeige von animierten High-End-Grafiken, anspruchsvollen Designs oder 3D-Grafiken. Als natives System lassen sich dank der .Net-Programmierung beliebig komplexe Logiken realisieren und sogar Komponenten von Drittanbietern nahtlos einbinden. Darüber hinaus lässt sich Visiwin via Web-UI nutzen, welches Browser-basiert Plattform-unabhängige Nutzeroberflächen auf mobilen Geräten auf Basis von HTML5 und Java-Script ermöglicht.

Autoren: 
Stefan Niermann ist in Vertrieb und Marketing bei Inosoft tätig;
Sven Kröger ist Produktmanager bei Inosoft.


  1. Browser-basiert versus nativ
  2. Bring your own device?
  3. Die Sandbox
  4. Komplexe Oberflächen sind stationär
  5. Die Kombination macht‘s

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