Panel-PC mit Multitouch: Verpackungsmaschinenbauer läutet Technologiewechsel ein

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Bediener auf die Finger schauen

Grafik, Ergonomie und Usability einer Visualisierungslösung Bildquelle: © Oystar

Ergonomie und Usability einer Visualisierung beginnen mit einer klaren Gliederung der Bedienober­fläche in verschiedene Bereiche wie Navigation, Beobachtung oder Maschinenstati und Auftragsfortschritt.

Als Generalunternehmer für die HMI-Konzeption fungierte die Firma GTI-control. Das Systemhaus aus dem fränkischen Marktheidenfeld erstellte ein umfangreiches Bedienkonzept, das etliche Zusatzfunktionen wie die Anzeige von Auftragsabwicklung, Maschinenzeiten und das Zusammenspiel mehrerer Maschinen in einer Verpackungslinie umfasste. Darauf aufbauend gestalteten die Unternehmen Triebwerk sowie Cadera Design die Bedienoberfläche. Im Fokus standen dabei die Aufgaben des Maschinenbedieners, da hier das größte Potenzial für eine verbesserte Handhabung bestand. Das Projektteam analysierte bei Oystar-Kunden die Bedienabläufe der Maschinenführer. Eine standardisierte Befragung der Anlagenfahrer, Servicetechniker und Entwickler brachte anschließend die geforderte Bandbreite an Detail-Informationen für das Projektteam.

Das Konzept für das HMI-System von Oystar basiert auf den Usability-Prinzipien der EN ISO 9241-210:2010 (Ergonomie der Mensch-System-Interaktion) und spezifiziert eine Bedienoberfläche mit klarer Gliederung. Beispielsweise gibt es für jede Funktionsgruppe fest zugewiesene Bereiche auf dem Bildschirm: Die Hauptnavigation ist auf der rechten Seite des Bildschirms platziert. Globale Funktionen befinden sich am unteren Bildrand. Fester Bestandteil jeder Visualisierung ist zudem eine Statusleiste, die alle Informationen zum Produk­tionsverlauf und zum Maschinen­zustand enthält. Grundlage für die Einteilung der Bereiche ist das Widescreen-Format (16:9) aktueller Displays. Viele Panel-PC-Anbieter favorisieren inzwischen dieses Format für ihre HMI-Terminals, da die hohen Stückzahlen aus dem Consumer-Markt die Preise drücken.

Sämtliche Bedienelemente sind nach den Usability-Vorgaben gestaltet, die unter anderem auch ein abgestimmtes Farbkonzept beinhalten. Von den Corporate-Design-Richtlinien der Firmengruppe abgeleitet, steht jede Farbe für eine bestimmte Funktion, sodass der Bediener entsprechend hervorgehobene Informationen sofort zuordnen kann: Rot entspricht Fehler; Blau bedeutet Reinigung. Nach einem durchgängigen Prinzip aufgebaut, kommen in allen Maschinen- und Prozessbildern nur die Symbole und Grafiken aus gemeinsamen Bibliotheken zum Einsatz. Icons und Piktogramme sind sprachunabhängig und selbsterklärend gestaltet; Touch-Bedienelemente variieren in Aussehen, Größe und Layout und lassen sich so sofort als bedienbare Objekte identifizieren.