Fraunhofer IPA: Personalisierte Hautcreme aus der Minifabrik

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben eine Minifabrik entwickelt, mit der sie personalisierte Hautcreme direkt am Verkaufspunkt wirtschaftlich herstellen können. Sie ist bereits in drei Douglas-Filialen im Einsatz.

Die Minifabrik vom Fraunhofer IPA Bildquelle: © Fraunhofer IPA, Rainer Bez

Einsatzbereit: Die Minifabrik in einer Douglas-Filliale im Einkaufszentrum Breuningerland Sindelfingen

Es ist ein gesellschaftlicher Megatrend: Seit Jahren muss die Industrie in immer kleineren Stückzahlen fertigen und gleichzeitig Produkte mit größerem Variantenreichtum hervorbringen. Endpunkt dieser Entwicklung ist die ‚Mass Personalization‘ – die massenhafte Herstellung personalisierter Produkte. Das stellt die Prozessindustrie, die unter anderem pharmazeutische und kosmetische Produkte herstellt, vor Probleme. Denn allein auf die Haut wirken sich viele verschiedene extrinsische und intrinsische Faktoren aus: Zu ersteren zählen UV-Strahlung, Ernährungs- und Trinkverhalten, Schlafgewohnheiten, Jahreszeit und Stress, zu letzteren Hormonhaushalt und Gene. Sie alle beeinflussen, wie fettig, feucht oder trocken unsere Haut ist.

Die eine Hautcreme, die allen Menschen überall auf der Welt und in jeder Lebenssituation gleichermaßen hilft, kann es daher nicht geben, so die Schlussfolgerung der Fraunhofer Forscher. Nun haben Viktor Balzer und sein Team am Fraunhofer IPA ein System entwickelt, das es ermöglicht, personalisierte Hautcreme wirtschaftlich zu produzieren.

Bereits Anfang März 2018 haben sich Balzer und Lars Rüther, Forschungs- und Entwicklungsleiter von Dermatest mit ihrem Start-up Skinmade GmbH selbstständig gemacht. Ihre Minifabrik ist zwischenzeitlich in drei Douglas-Filialen im Einsatz: im Flagship Store in der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil, im Concept Store Douglas PRO in Hamburg-Eppendorf und im Breuningerland in Sindelfingen bei Stuttgart.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Balzers Ziel ist es, dass Skinmade schon bald in weiteren Douglas-Filialen vertreten ist. Darüber hinaus sieht er die Zukunft aber viel eher im Online-Handel: „Unsere Kunden messen dann in den Geschäften nur noch ihren Hautzustand und bekommen ihre Creme zugeschickt.“ Es geht auch noch komfortabler: Derzeit entwickelt Skinmade ein Mini-Hautmessgerät samt zugehöriger App für zu Hause. Dann müssen die Kunden noch nicht einmal mehr das Haus verlassen, um ihre personalisierte Hautcreme zu erwerben. Bis Mitte 2019 soll es soweit sein.