Fahrerlose Transportsysteme: Kompakte Steuerungen und Antriebe ein Muss

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Die Kommunikation – eine ­besondere Herausforderung

Eine weitere und zudem besondere Herausforderung stellt die Kommunikation dar – sie kann nur drahtlos erfolgen. Heute wird dazu meist WLAN verwendet. Mangels Möglichkeit zur Verkabelung sind auch sicherheitsrelevante Signale wireless zu übertragen. Das ist nicht zuletzt überall dort ein Thema, wo fahrerlose Transportfahrzeuge für die Materialübergabe an Maschinen oder Produktionszellen andocken. Dazu müssen die Sicherheitseinrichtungen sowohl der Zelle als auch des Fahrzeuges Ausnahmen von ihren Regeln zulassen. Zugleich muss jedoch der Schutz vor Körperverletzungen aufrecht erhalten bleiben. Zur Erläuterung: Die Sicherheitssteuerung einer Produktionszelle muss auf Anforderung durch das FTS die sichere Aktion zum Beispiel beim Durchdringen eines Lichtgitters unterbinden, damit das Fahrzeug einfahren kann. Idealerweise kennt es die Kontur des Fahrzeuges, so dass es nach dieser Aufforderung zwar die Schutzverletzung ‚zulässt‘, sofern nur die passenden Lichtschranken im gesamten Lichtgitter bedämpft werden. Werden andere Elemente bedämpft – etwa weil ein Mensch zufällig unmittelbar nach einer solchen Anforderung, jedoch noch vor dem Fahrzeug das Lichtgitter an anderer Stelle durchdringt – ist die Schutzverletzung dennoch auszulösen. Dass eine solche Situation überhaupt eintreten kann, wird nach Möglichkeit mechanisch unterbunden, lässt sich aber nie ganz ausschließen.

Damit nicht genug: Der Boden einer Fabrikhalle ist nie ganz glatt beziehungsweise eben. Deshalb ist das Verhalten der Fahrantriebe nie so gleichförmig und berechenbar wie beispielsweise in einer Werkzeugmaschine. Demzufolge müssen Steuerung und Visualisierung mit Erschütterungen und Stößen gut zurechtkommen.

Aus all diesen Gründen haben FTS-Hersteller in der Vergangenheit die Steuerungssysteme für ihre Fahrzeuge meist aufgabenspezifisch entwickelt und produziert. Angesichts recht geringer Stückzahlen der oft anlagenspezifisch gestalteten Fahrzeuge ist das nicht nur ein enormer Kostenfaktor bei Neusystemen. Es erschwert und verteuert auch die langfristige Ersatzteilbevorratung und hat daher negative Auswirkungen auf die Instandhaltung beziehungsweise auf die Total Cost of Ownership. Zudem bringt es die Notwendigkeit individuell programmierter Schnittstellen mit sich, was letztlich die nahtlose Einbindung fahrerloser Transportfahrzeuge in Gesamtlösungen erschwert und zudem die nachträgliche Anbindung von FTS an umgebende Systeme nach deren Modernisierung behindert.