Modulare Prozessautomatisierung: Copa-Data unterstützt Dima-Ansatz von Wago

Mit 'Dima' hatte Wago zur Hauptsitzung der Namur im November 2014 einen neuen Ansatz für die modulare Automatisierung von Prozessanlagen vorgestellt. Als erster Anbieter eines Prozessleitsystems arbeitet nun Copa-Data an diesem Projekt mit.

Schema zum Dima-Grundkonzept Bildquelle: © Copa-Data

Die grundlegende Idee des Dima-Konzepts ist es, eine Gesamtanlage aus mehreren autarken Anlagenmodulen zusammenzusetzen. Ein Modul stellt dem übergeordneten Prozessleitsystem seine verfahrenstechnische Funktion als Dienst zur Verfügung. Möchten Unternehmen ein Produktionsverfahren ändern, müssen sie lediglich ein oder mehrere Module austauschen.

Dima steht für 'Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen'. Ziel des von Wago [1] initiierten Projektes ist es, einen De-facto-Standard für die dezentrale, modulare Automatisierung von Prozessanlagen und für effizientes Engineering zu schaffen. Dies soll Industrieunternehmen die Möglichkeit bieten, flexible prozesstechnische Anlagen aufzusetzen, Produktzyklen zu verkürzen und schneller auf neue Marktbedingungen zu reagieren. Nach der Erstvorstellung Ende 2014 wurde dieser neue Ansatz von den Gremien der Namur [2] und des ZVEI [3] übernommen mit dem Ziel, diesen weiter zu spezifizieren und langfristig einen internationalen Standard zu erarbeiten.

Um die Dima-Methodik technisch umzusetzen, ist eine neue Definition für die Beschreibung von verfahrenstechnischen Anlagenmodulen erforderlich: das 'Module Type Package' (MTP). In diesem MTP sind folgende Informationen hinterlegt: Kommunikationsparameter, damit das Modul einfach in die Anlage eingebunden werden kann, die Dienste, das heißt die Beschreibung dessen, was das Modul verfahrenstechnisch leisten kann, sowie die Informationen zum Bedienen und Beobachten, das heißt grafische Informationen. Hinzu kommen weitere Beschreibungen wie Informationen zu Status, Diagnose, Historie und Archivierung.

Um den gesamten Engineering- oder Re-Engineering-Prozess so effizient wie möglich zu gestalten, hat Copa-Data [4] nun ein MTP-Handling- und Managementsystem entwickelt. Mit diesem System können Unternehmen die MTPs einlesen und alle benötigten Variablen und Bedienbilder sowie deren Verknüpfungen anlegen. Alle Informationen bezüglich Namen, Größe, Position und Variablenanbindung der Bildobjekte in den Bedienbildern entstammen dem MTP. Somit ist gewährleistet, dass Bedienbilder von Modulen unterschiedlicher Hersteller, die durch unterschiedliche MTPs eingelesen wurden, im Leitsystem dem kundenspezifischen "Look & Feel" entsprechen. Anwender können zudem zu jedem Zeitpunkt nachverfolgen, welche Artefakte in Zenon, dem Leitsystem von Copa-Data, durch welches MTP erzeugt wurden. Dies ermöglicht es, die verschiedenen, im Prozess erforderlichen Module auch im laufenden Betrieb der Anlage anzubinden.

Zusätzlich zur Erstellung und Anbindung von Variablen und Bedienbildern werden die im MTP enthaltenen Dienste als Grundfunktionen im Zenon-Modul 'Batch Control' angelegt. Die Grundfunktionen können nach Bedarf parametrisiert und in Form von Rezepten miteinander verknüpft werden. Nach diesem Schritt ist der Produktionsprozess der Anlage ablauffähig.