Ininet Solutions: HMI-Programmierung per Browser

Ininet geht bei browserbasierten Web-HMIs noch einen Schritt weiter. Denn auch für die Programmierung der Oberflächen reicht jetzt ein Web-Browser.

Peter Brügger, Geschäftsführer von Ininet Solutions Bildquelle: © Ininet Solutions

"Wir haben die Tools gezielt auf eine sehr einfache Anwendbarkeit hin ausgelegt – ein Anwender kann ohne jegliche Vorkenntnisse nach 5 Minuten ein Web-HMI erstellen", ist Peter Brügger, Geschäftsführer von Ininet, überzeugt.

Herr Brügger, Ende 2015 stellten Sie auf der SPS IPC Drives erstmals einen rein browserbasierten Editor vor. Was ist das neuartige daran?

Brügger: Bisher haben Anwender die Web-Seiten mit einem PC-Tool entworfen und dann auf einen Embedded-Webserver kopiert – von wo aus sie betrieben wurden. Jetzt geht auch das Programmieren der HMI's direkt über den Browser. Das bedeutet, dass keine PC-Software für die Entwicklung nötig ist, weil die gesamte Software für das Design der Bedieneroberflächen auf dem Embedded-Webserver vorgehalten wird.

Was bedeutet dieses Werkzeug für die Praxis?

Brügger: Das bringt dem Anwender eine ganze Reihe von Vorteilen: Zum Ersten können jetzt auch Tablets und Smartphones für die Programmierung eingesetzt werden. Es spielt generell keine Rolle mehr, mit welchem Betriebssystem der Anwender arbeitet, weil der dazu benutzte HTML5-Code auch unter Linux oder MacOS oder anderen Systemen funktioniert. Weil man keine Software auf seinem PC installieren muss, kann es auch nicht mehr vorkommen, dass man die falsche Version mit dabei hat. Ich kann auf eine Baustelle gehen und muss mir keine Sorgen machen, ob ich das richtige Projekt, die richtige Version und alle nötigen Tools mit dabeihabe. Alles, was ich brauche, ist schon auf dem Gerät vor Ort gespeichert – oder auch auf einem Portal.

Sie präsentierten das Produkt gemeinsam mit der Firma Beck IPC. Wie kam es dazu?

Brügger: Wir sind ein reiner Softwarehersteller und lizenzieren unsere Komponenten an Hersteller oder Anwender von Automations-Hardware. Mit der Firma Beck IPC arbeiten wir schon seit Jahren zusammen und haben unter anderem das Low-Cost Web- Panel 'com.tom GRAPHIC' entwickelt, welches schon an der letztjährigen SPS-Messe für 99.- Euro angeboten wurde. Dieser Web-HMI Editor kann natürlich auch für die Programmierung dieser Geräte verwendet werden. So können wir eine HMI-Lösung anbieten, die in Bezug auf Kosten und Einfachheit ihresgleichen sucht. Außerdem hat Beck eine Cloud-Portal-Lösung für die Umsetzung von IoT-Architekturen entwickelt, in welche wir unseren Web-HMI-Editor integriert haben.

Können Sie sagen, was sich als nächstes im HMI-Markt tut? Wohin geht der Trend?

Brügger: Der Trend geht weg von der klassischen Konzeption 'Steuerung-Bedienpanel' hin zu einer IoT- oder Industrie 4.0-getriebenen Neuverteilung der Aufgaben. Dreh- und Angelpunkt ist die Vernetzung von Allem und Jedem. Mobile Geräte wie Tablet und Smartphone werden zum persönlichen User-Interface – in der lokalen Bedienung wie auch dem Fernzugriff. Das klassische Operator-Panel bleibt als Rückfallebene immer noch bestehen, wird aber weniger oft benutzt. Parallel dazu gibt es eine Ablösung von einfachen Schaltern und Leuchten durch kleine Low-Cost Touch-Panels, denn die Touch-Screen-Lösungen sind mittlerweile günstiger als die Schalter. Als wichtige Funktion bei der Realisierung von IoT-Architekturen dienen die HMI's außerdem als Wegweiser für die Integration von Daten in die Cloud.